Der Luftwaffenstützpunkt Schönewalde/Holzdorf an der Landesgrenze von Sachsen-Anhalt und Brandenburg wird derzeit zu einem der wichtigsten Standorte Deutschlands ausgebaut. Man sei im Zeitplan, was die Verteidigungsfähigkeit des Landes betreffe, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Es gehe aber nicht nur um Verteidigung, sondern auch um wirtschaftspolitische Aspekte, betonte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff. Der Fliegerhorst liegt mit dem größeren Teil im Südwesten Brandenburgs und mit dem kleineren Teil im südöstlichen Sachsen-Anhalt.
Wann werden die Systeme einsatzbereit sein?
Der erste Schritt zur Inbetriebnahme des neuen Abwehrsystems Arrow 3 wird noch in dieser Woche erfolgen. Dann wird nach Angaben der Luftwaffe die sogenannte Anfangsbefähigung des neuen Waffensystems erklärt. Die Bundeswehr verfügt dann erstmals über die Fähigkeit zur Frühwarnung und zur Bekämpfung von anfliegenden ballistischen Flugkörpern außerhalb der Erdatmosphäre. Das gesamte System soll voraussichtlich 2030 komplett einsatzbereit sein. Zusätzlich läuft derzeit der personelle Aufbau für die Stationierung der schweren Transporthubschrauber. Mit der Stationierung soll Ende 2027 begonnen werden.
Gibt es auch Kritik am Ausbau?
Ja, insbesondere die Stationierung des Raketenabwehrsystems Arrow 3 ist umstritten. Die Linke protestierte bereits im Rahmen der Ostermärsche gegen die Pläne. Der Vizepräsident des Landtags von Sachsen-Anhalt, Wulf Gallert (Linke), warnte vor einer «Aufrüstungsspirale». «Man verbrennt massenhaft Geld für Aufrüstung und produziert damit mehr Unsicherheit.» Auch in der SPD/BSW-Koalition in Brandenburg gibt es unterschiedliche Haltungen: Während SPD-Ministerpräsident Woidke den Ausbau unterstützt, hält der BSW-Landesvorsitzende und Vize-Regierungschef Robert Crumbach die Stationierung von Arrow 3 für einen «teuren Fehler».