Der Flüchtlingsrat in Brandenburg hat erneut vor einer Einführung der Bezahlkarte für Asylbewerber gewarnt. Ein solches Zahlungsmittel sei diskriminierend und greife massiv in die freie Lebensgestaltung der Menschen ein, sagte eine Sprecherin des Rates.
Alle Bundesländer planen, ihren Kommunen die Einführung einer Bezahlkarte für Asylbewerber zu ermöglichen. 14 der 16 Länder gehen bei dem erforderlichen Vergabeverfahren gemeinsam vor. Mit der Karte soll unter anderem verhindert werden, dass Asylbewerber Geld an Schlepper oder an ihre Familie oder Freunde ins Ausland überweisen. Zudem soll dafür gesorgt werden, dass nicht das ganze Geld, das den Asylbewerbern zusteht, abgehoben werden kann.
Man könne nicht überall mit Karte zahlen, sagte die Sprecherin. Das Gemüse auf dem Markt sei nicht mit Karte bezahlbar. Zudem müssten Überweisungen weiter möglich sein. Die Asylbewerber müssten etwa Handyrechnungen oder Wohnkosten begleichen - das ginge ohne die Möglichkeit der Überweisung kaum. «Das ist total problematisch.»