Im Berliner Senat gibt es noch keine Einigkeit über das gemeinsame Vorgehen bei der Einführung der Bezahlkarte für Asylbewerber. Bei der Senatssitzung am Dienstag sei vereinbart worden, dazu weitere Gespräche zu führen, sagte Senatssprecherin Christine Richter im Anschluss. Während der Sitzung habe es keine Diskussion über das Pro und Kontra gegeben und auch kein Stimmungsbild der Senatsmitglieder zu dem Thema.
Kiziltepe widerspricht Wegner
Bei der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) am Donnerstag in Potsdam hatten sich die Länderchefs darauf verständigt, bei der geplanten Bezahlkarte die Auszahlung von Bargeld auf 50 Euro pro Monat zu begrenzen. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hatte dem zugestimmt und damit den Widerspruch von Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) provoziert. Sie erklärte anschließend, es entspreche nicht ihrem Verständnis einer humanitären Flüchtlingspolitik, dass Geflüchtete nur 50 Euro Bargeld bekommen sollten.
Kiziltepe hatte sich auch zuvor mehrfach sehr deutlich dagegen ausgesprochen. Der Regierende Bürgermeister habe bei der Senatssitzung ausführlich von den beiden Treffen der Länderchefs in der vergangenen Wochen berichtet, sagte Richter. Auch über die Entscheidung für die Einführung der Bezahlkarte und die Obergrenze von 50 Euro habe er geredet.