Die Pläne zur Stationierung des Raketenabwehrsystems Arrow 3 auf dem Fliegerhorst Holzdorf werden in der SPD/BSW-Koalition völlig gegensätzlich beurteilt. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) unterstützt den Ausbau und setzt darauf, dass er positive Auswirkungen für die ganze Region hat. Vom Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) kommt dagegen Kritik an den Plänen des Bundes. Die Bundeswehrverwaltung hatte auf dem Fliegerhorst auf der Landesgrenze von Brandenburg und Sachsen-Anhalt mit Bauarbeiten für Arrow 3 begonnen.
BSW-Landeschef: Untaugliches System
Der BSW-Landesvorsitzende Robert Crumbach nennt die Stationierung von Arrow 3 dagegen einen «teuren Fehler». «Das ist ein völlig untaugliches System, das noch dazu viel zu teuer ist», sagte Crumbach, der auch Vize-Ministerpräsident in Brandenburg ist.
«Das hat aber nichts damit zu tun, dass der Standort in Holzdorf grundsätzlich ausgebaut wird, dass dort neue Transporthubschrauber stationiert werden.» Er sagte zu, dass das Land die nötige Infrastruktur für Soldaten und Zivilbeschäftigte und deren Familien zur Verfügung stellen werde.
Der BSW-Landtagsabgeordnete Sven Hornauf warnte vor «Hochrüstung». Es sei bedauerlich, dass dieser Schritt der Aufrüstung, trotz aller Bedenken gegangen werde, sagte Hornauf. Es sei zwar richtig, von der Schließung einer Fähigkeitslücke der Bundeswehr zu sprechen. Aber es liege der klassische Fall einer Aufrüstung ohne Verteidigungscharakter vor. Die Bundeswehr führe «einen Schritt in die Weltraumbewaffnung» ein. Die Wirkhöhe von Arrow 3 liege bei rund 100 Kilometer Höhe, wo es keine bekannten russischen Raketentypen gebe, aber viele Satelliten.