Mit der Ausgabe der Bezahlkarten in den Landkreisen in Brandenburg rufen Flüchtlingsinitiativen vermehrt zu Tauschbörsen auf, um das Bargeld-Limit zu umgehen. In Seelow im Landkreis Märkisch-Oderland etwa kaufen Flüchtlinge Gutscheine bei Supermärkten ein, die ihnen einmal im Monat rund 20 Bürgerinnen und Bürger gegen Bargeld abkaufen. Auch in Strausberg gibt es laut Flüchtlingsrat Tauschaktionen sowie etwa in Berlin-Kreuzberg.
Flüchtlingsinitiativen lehnen die Bezahlkarte ab und halten sie für diskriminierend. Asylbewerber erhalten einen Teil der staatlichen Leistungen zum Lebensunterhalt damit nicht mehr als Bargeld sondern als Guthaben auf der Chipkarte. Für Bargeld ist dabei eine Grenze festgelegt: Erwachsene Flüchtlinge sollen maximal 50 Euro im Monat mit der Karte abheben können.
Laut Bund und Ländern soll mit der Umstellung auf die Bezahlkarte unter anderem verhindert werden, dass Migranten Geld an Schlepper oder Familie und Freunde im Ausland überweisen. Ab 2025 stehen einem alleinstehenden Erwachsenen 441 Euro zu, die als Guthaben auf die Karte kommen. Die Leistungen sollen den Bedarf zur Sicherung des Lebensunterhalts decken.