Für den Rücktritt von Verkehrssenatorin Manja Schreiner (CDU) von ihrem Amt gibt es aus den Berliner Parteien viel Respekt. Gleichzeitig forderte die Opposition einen Neuanfang in der Verkehrspolitik. Schreiner hatte am Dienstag um ihre Entlassung gebeten, der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) war dem nachgekommen. Nach Angaben der Universität Rostock wird Schreiner der Doktortitel entzogen. Als Grund nannte die Hochschule das Ausmaß an nicht ausreichend gekennzeichneten Textübernahmen in ihrer Dissertation. Schreiner war gut ein Jahr lang Senatorin für Verkehr, Klima und Umweltschutz.
Grüne fordern schnelle Nachfolgeregelung
- Grünen-Fraktionschef Werner Graf nannte Schreiners Rücktritt den «einzig möglichen Schritt». Die Stelle der Verkehrssenatorin müsse nun zügig neu besetzt werden. «Eine Leerstelle auf diesem Posten kann sich unsere Stadt nicht leisten.» Graf forderte eine politische Umorientierung in dem Ressort: «Es ist höchste Zeit für eine progressive, mutige und nachhaltige Verkehrspolitik, die Berlin gerecht und sicher macht.»
- Der Verein Changing Cities, der Schreiner seit deren Amtsantritt regelmäßig kritisiert hat, hielt ihr «Blockieren, Verzögern, Verwässern und Verhindern von Radinfrastruktur und Verkehrsberuhigung» vor. Sie habe als Verkehrssenatorin enormen Schaden angerichtet. «Schade, dass Manja Schreiner nicht für ihre verfehlte Verkehrspolitik zurücktritt - denn dazu gab es Grund genug.» Eine Verkehrspolitik, in der das Wort Miteinander zu einer leeren Floskel gemacht worden sei, statt die Infrastruktur auf der Straße zu verbessern, helfe niemandem. Nötig seien starke Alternativen zum Auto.