Erneut ist es bei einem Fußballspiel eines jüdischen Vereins in Berlin zu mutmaßlich antisemitischen Beleidigungen gekommen. Das Spiel von TuS Makkabi in einem Sportstadion im Stadtteil Hakenfelde in Spandau wurde am Sonntagnachmittag abgebrochen, wie die Polizei mitteilte.
Die zweiten Mannschaften der Vereine SSC Teutonia 1899 und TuS Makkabi spielten gegeneinander, als in der 55. Spielminute ein Zuschauer den Spielführer von Makkabi bei einem Einwurf mit einer antisemitischen Bemerkung zu dessen Armbinde angesprochen haben soll. Anschließend soll es noch weitere ähnliche Äußerungen gegeben haben, so die Polizei.
TuS Makkabi entschied daraufhin, nicht weiter zu spielen. Der Schiedsrichter brach die Partie ab. Polizisten identifizierten einen 52-jährigen Mann als Verdächtigen und stellten seine Identität fest. Der für politische Taten zuständige Staatsschutz des Landeskriminalamtes ermittelt wegen des Verdachts der antisemitischen Volksverhetzung und Beleidigung.
Nach dem Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel im Oktober 2023 und der massiven Reaktion Israels darauf kam es bei Fußballspielen immer wieder zu antisemitischen Vorfällen. Dazu zählten Übergriffe auf Jugendspieler des TuS Makkabi in Berlin 2024 und die Jagd auf jüdische Fans in Amsterdam.