Klassische Erotik-Hefte wurden von Männern für Männer gemacht – die abgebildeten Frauen hatten wenig zu sagen. Ein neues Magazin, der “BestFans Insider” kommt direkt aus der Creator-Szene und zeigt, wie grundlegend sich die Machtverhältnisse in der Branche verschoben haben.
Die Geschichte des Erotik-Magazins ist über weite Strecken eine Geschichte männlicher Blicke. Männer gründeten die Hefte, Männer führten die Redaktionen, Männer fotografierten, Männer kauften. Die Frauen auf den Seiten waren das Produkt – ausgewählt, inszeniert und vermarktet nach Kriterien, auf die sie selbst kaum Einfluss hatten. Wer wie gezeigt wurde, was als attraktiv galt und wer an den Erlösen verdiente: All das entschieden andere.
Die Creator-Ökonomie hat dieses Modell in den vergangenen Jahren fundamental verändert. Auf Plattformen, auf denen Creator ihre Inhalte direkt an zahlende Abonnenten vermarkten, liegt die Kontrolle bei den – häufig weiblichen – Produzentinnen selbst: Sie bestimmen, welche Inhalte entstehen, wo ihre Grenzen liegen und zu welchem Preis sie ihre Arbeit anbieten. Aus dem fotografierten Objekt ist eine Unternehmerin geworden.