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KI im Webdesign: Was Brandenburger Betriebe von automatisch erzeugten Websites erwarten können und was nicht

KI im Webdesign: Was Brandenburger Betriebe von automatisch erzeugten Websites erwarten können und was nicht
Bild: Webdesigner bei der Entwicklung eines modernen digitalen Auftritts mit KI-gestützten Werkzeugen. Quelle: KI-generiert mit OpenAI
Von: Manfred Schulz
34 Prozent der deutschen Unternehmen setzen Künstliche Intelligenz bereits ein, 35 Prozent planen es für die kommenden drei Jahre

34 Prozent der deutschen Unternehmen setzen Künstliche Intelligenz bereits ein, 35 Prozent planen es für die kommenden drei Jahre. 22 Prozent nutzen sie konkret, um Texte, Bilder oder Programmcode zu erzeugen. Die Zahlen stammen aus der DIHK-Digitalisierungsumfrage 2026.

Im Webdesign ist dieser Wandel besonders sichtbar. Programme erzeugen in Minuten Layoutvorschläge, schreiben Texte und liefern funktionsfähigen Code. Farbpaletten, Navigationsstrukturen und einfache Bildelemente entstehen aus wenigen Sätzen Anweisung.

Für Brandenburger Betriebe klingt das nach einer Abkürzung, gerade dort, wo Zeit und Personal knapp sind. Die Frage ist, wo diese Abkürzung endet.

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Was KI im Webdesign heute übernimmt

Der Werkzeugkasten ist real. Erste Seitenentwürfe, Textvarianten, Vorschläge für Schaltflächen und Formulare, HTML, CSS und JavaScript: Vieles davon lässt sich automatisiert erzeugen, und das Ergebnis ist meist technisch sauber.

Automatisierte Entwürfe sparen vor allem in der frühen Projektphase Zeit. Ein Betrieb kann drei Stilrichtungen vergleichen, bevor er sich festlegt, statt auf Skizzen zu warten. Auch alternative Anordnungen für Leistungsseiten oder Kontaktbereiche lassen sich schneller durchspielen.

Ein Entwurf ist allerdings noch kein fertiges Projekt. Was automatisch entsteht, muss geprüft, korrigiert und inhaltlich gefüllt werden. Gerade bei komplexeren Funktionen entstehen Fehler, die im Vorschaubild niemand sieht.

„KI kann Entwürfe beschleunigen und viele technische Arbeitsschritte vereinfachen. Eine überzeugende Website entsteht aber erst, wenn Geschäftsmodell, Zielgruppe und Nutzerführung wirklich verstanden werden”, sagt Webdesigner Max Prügner. Mit seiner Agentur MP-Webdesign aus Dresden betreut er rund 300 Unternehmenswebsites, überwiegend für Handwerks- und Baubetriebe: Ofenbauer, Badsanierer, Galabauer. Automatisch erzeugte Layouts seien eine brauchbare Grundlage, müssten aber an die tatsächlichen Ziele des jeweiligen Betriebs angepasst werden.

Warum sehen KI-Entwürfe so oft gleich aus?

Eine KI kennt nur das, was sie bekommt. Sie weiß nicht, wodurch sich ein Betrieb von der Konkurrenz zwei Orte weiter unterscheidet, welche Fragen im Erstgespräch immer kommen und welche Aufträge sich rechnen.

Technisch saubere KI-Entwürfe wirken deshalb inhaltlich austauschbar. Ähnliche Formulierungen, ähnliche Bildsprache, ähnliche Seitenstruktur. Das Ergebnis sieht modern aus und vermittelt kein Profil.

Austauschbare Websites sind allerdings kein Problem, das KI erst geschaffen hätte. In Prügners Agentur wurden im vergangenen Jahr rund 30 bestehende Unternehmenswebsites übernommen und überarbeitet. Die häufigste Ursache für ausbleibende Anfragen war dort genau dieselbe: gekaufte Stockbilder statt eigener Fotos, Texte, die bei jedem Wettbewerber der Branche hätten stehen können. Diese Auftritte sind ohne KI entstanden. Ein Werkzeug, das auf Knopfdruck durchschnittliche Formulierungen liefert, macht den Fehler nur schneller und billiger.

Im Brandenburger Handwerk zählt etwas anderes als das Layout

Brandenburg ist ein Flächenland. Zwischen Prignitz und Lausitz liegen Wege, die ein Kunde nicht zweimal fährt, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Die Website ist damit häufig der einzige Vorab-Kontakt. Sie übernimmt eine Aufgabe, die anderswo das Ladengeschäft erledigt.

Betroffen sind vor allem die Betriebe, die die Wirtschaftsstruktur des Landes prägen: Handwerk und Bau, Zulieferer im Strukturwandel der Lausitz, Tourismusbetriebe im Spreewald und im Seenland, Dienstleister im Berliner Umland. Wer aus Cottbus oder Frankfurt (Oder) einen Handwerker sucht, entscheidet vor der ersten Kontaktaufnahme anhand dessen, was online steht.

Die Handwerkskammer Potsdam beschreibt Digitalisierung im Handwerk entsprechend nicht als Technikthema, sondern als Veränderung der Arbeitsweise, von der Aufmaßerfassung über die Anlagenüberwachung bis hin zu KI-Anwendungen im Tagesgeschäft.

Für die Website heißt das: Einsatzgebiet, Ansprechpartner und realistische Reaktionszeiten sind wichtiger als die Animation auf der Startseite. Ein Betrieb aus Brandenburg an der Havel, der auch nach Rathenow und Potsdam fährt, sollte das schreiben. Eine KI kann es nicht wissen.

Automatisch erzeugte Auftritte scheitern am häufigsten daran, dass genau diese Angaben fehlen. Sie liefern eine gute Hülle für Informationen, die niemand eingetragen hat.

Die Rolle des Webdesigners verschiebt sich

Routinearbeit verliert an Gewicht. Auswahl, Prüfung und Einordnung gewinnen.

Ein Designer muss nicht mehr jede Variante von Hand bauen. Er muss erkennen, welcher Entwurf zur Marke passt, welche Lösung für Besucher verständlich bleibt und an welcher Stelle ein automatisch erzeugter Text sachlich falsch ist.

Die Arbeit besteht damit weniger aus Handwerk am Pixel und mehr aus Urteilsvermögen. Beides zusammen ergibt eine Website, die trägt.

Wo liegen die rechtlichen Risiken?

KI-Systeme formulieren überzeugend und liegen dabei manchmal falsch. Sie übernehmen veraltete Angaben, erfinden Details oder ignorieren Pflichtangaben. Urheberrecht und Datenschutz werden nicht automatisch berücksichtigt. Das gilt auch für generierte Bilder, die bestehenden Motiven zu ähnlich sein können.

Google weist in seinen Hinweisen zum Einsatz generativer KI für Websiteinhalte darauf hin, dass Genauigkeit, Qualität und Relevanz entscheidend bleiben. Große Mengen automatisierter Inhalte ohne erkennbaren Mehrwert können gegen die Richtlinien für Suchergebnisse verstoßen. Das hat Folgen für die Sichtbarkeit.

Ein sinnvoller Ablauf trennt Werkzeug und Verantwortung

KI entfaltet ihren Nutzen als Werkzeug. Sie beschleunigt Prozesse, liefert Varianten und vereinfacht technische Aufgaben.

Die Reihenfolge entscheidet. Menschen definieren Ziele, Zielgruppe und Inhalte. KI unterstützt bei Entwürfen, Formulierungen und Code. Anschließend prüfen Fachleute das Ergebnis und passen es an die realen Anforderungen des Betriebs an.

Wer diese Reihenfolge umdreht und mit dem Entwurf beginnt, bekommt eine Website, die aussieht wie tausend andere. Die eigentliche Arbeit muss er trotzdem noch machen.

Die interessantere Frage ist deshalb nicht, ob KI Webdesigner ersetzt. Sondern was ein Betrieb mit der Zeit anfängt, die sie freimacht. Wer sie in Klarheit über das eigene Angebot investiert, wird davon länger etwas haben als von jedem Layout.

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Manfred Schulz
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Manfred Schulz

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