22 Spielstätten an 14 Orten: An drei Wochen im August und September bringt das Kulturfestival «Lausitz Festival» wieder Literatur, Fotografie, Musik und Theater in die Region in Brandenburg und Sachsen.
Die siebte Ausgabe steht unter dem Motto «geschöpferisch». Das Wort aus Geschöpf und Schöpfer greife den Wandel der Lausitz nach dem Kohleausstieg auf, erklärte Festivalintendant Daniel Kühnel. «Aufgabe von Kultur ist es doch, andere Blickwinkel und neue Standpunkte aufzuzeigen.» Die Herausforderung sei, sich darauf einzulassen.
Vom 25.8. bis 13.9.2026 gastiert das Festival unter anderem in Cottbus, Finsterwalde, Hoyerswerda, Weißwasser, Görlitz, Bautzen und Zittau. Bespielt werden unter anderem Dorfkirchen, kleine Theater, eine historische Maschinenhalle und die ehemalige Flugzeughalle des Cottbuser Militärflughafens. Wo früher Flugzeuge standen, wird viermal Shakespeares «Hamlet» aufgeführt.
Corinna Harfouch und Götz Schubert im Flugzeughangar
Im Hangar 1 werden unter anderem die Schauspielstars Corinna Harfouch und Götz Schubert auf der Bühne stehen. Nach Angaben Schuberts kommen dabei auch Wasser und Farbe zum Einsatz. Die Premiere ist bereits ausverkauft. Auch Kinder aus Cottbus werden in der Flugzeughalle dabei sein.
In einer Kirche in Cunewalde bringt Schubert zudem das MusikHörSpiel «Passion. Über die Menschlichkeit» nach der Autorin Amélie Nothomb auf die Bühne. Das Thema: Was geht in einem Menschen vor am Abend vor seiner Kreuzigung? «Mit allen Zerwürfnissen, mit allen Zweifeln, mit allen auch kuriosen Situationen» - das habe ihn sehr berührt, so Schubert. «So nah habe ich mich Jesus eigentlich noch nie gefühlt.»
Schloss Bad Muskau zusammen mit dem Landesmuseum in Cottbus
In einer Kooperation des Schlosses Bad Muskau mit dem Brandenburgischen Landesmuseum für Moderne Kunst Cottbus wird eine Ausstellung eines brasilianischen Gegenwartskünstlers zu sehen sein: Jonathas de Andrade. In der Energiefabrik in Knappenrode werden drei brasilianische Musiker auftreten.
Um Literatur geht es mit dem 1.200 Seiten dicken polnischen Werks «Die Puppe» von Boleslaw Prus, das als osteuropäisches Pendant zu Charles Dickens gilt. Im sogenannten Lausitz Labor wird in Cottbus an drei Tagen philosophiert. Und ein Jugendclub aus Cottbus zeigt die Uraufführung eines Stücks, das sich mit dem Gehen und Bleiben in der Heimat beschäftigt.
Ein neuer Preis für einen Menschen, der Kultur liebt
Rund 15.000 besuchten im vergangenen Jahr das Festival. Die Zahl der Aufführungen wurde reduziert. Neben organisatorischen Gründen spiele dabei auch die Finanzierung eine Rolle, sagt Geschäftsführerin Maria Schulz. Die Bundesförderung sei von 4 auf 2 Millionen Euro halbiert worden, mit Landes- und Stiftungsmitteln habe das Festival nun 3,3 Millionen Euro zur Verfügung.
Neu ist zudem der Credo-Preis, der künftig alle zwei Jahre an Persönlichkeiten vergeben werden soll, die sich in besonderer Weise für die gesellschaftliche Bedeutung von Kultur einsetzen. Vergeben wird der Preis beim Eröffnungskonzert am 25. August in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Görlitz.
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