Buntes CSD-Wochenende: Parade, Demonstrationen und Konzert
Zum Christopher Street Day finden in Deutschland und ganz Europa an verschiedenen Terminen zahlreiche Veranstaltungen der lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans-, intergeschlechtlichen und queeren Community statt. Der Tag erinnert an den Aufstand vor allem von Schwulen gegen Polizeigewalt in der Christopher Street in New York City (USA) 1969. Zum Auftakt des CSD-Wochenendes gibt es bereits am Freitag erstmals einen sogenannten Drag March. Er zieht am Nachmittag zum Brandenburger Tor, wo ein großes Programm zum Thema Demokratie und Gleichberechtigung geplant ist. Bei diesem «Demokratieabend» tritt auch die Berliner Rapperin Ikkimel auf. Sogenannte Dragqueens sind meistens Männer, die oft im Rahmen von künstlerischen Performances Weiblichkeit darstellen oder parodieren, bei «Dragkings» ist es umgekehrt. Außerdem ist CSD-Gottesdienst mit dem Titel «Liebe braucht Community» geplant. Zudem zieht die traditionelle Demonstration lesbischer Frauen mit dem Motto «Dyke* March Berlin» vom Roten Rathaus nach Kreuzberg. Die Rechte queerer Menschen würden zunehmend wieder infrage gestellt, sagte Thomas Hoffmann, Vorstandsmitglied des Berliner CSD, im RBB-Inforadio. «Hasskriminalität nimmt weiterhin zu. Wir erleben auch, dass das Klima in der Gesellschaft rauer wird», so Hoffmann. Dem wolle man mit der zweitägigen Veranstaltung ein Zeichen entgegensetzen. «Wir werden nicht kleiner, sondern größer. Wir werden nicht leiser, sondern lauter.» Mit 83 Wagen, 55 Fußgruppen und mehr als Hunderttausend Menschen zieht die große Parade zum CSD durch Berlin. Nach Angaben der Veranstalter soll es erneut einer der größten CSDs in ganz Europa werden. Dabei soll es nicht nur ums Feiern, sondern auch um Politik gehen. Das Motto lautet: «Haltung ist hot». Der Berliner CSD ruft auf zu «queerer Sichtbarkeit mit einem klaren Bekenntnis zu Demokratie, Menschenrechten und gesellschaftlichem Zusammenhalt». Die Parade wird um 11.30 Uhr auf der Leipziger Straße offiziell eröffnet. Politiker von CDU, SPD, Grünen und Linken kommen dabei wegen der anstehenden Abgeordnetenhauswahl im September auch ganz kurz zu Wort. Über Leipziger Straße, Potsdamer Platz, Nollendorfplatz und Lützowplatz geht es zur Siegessäule und Straße des 17. Juni. Entlang der Strecke haben viele Kneipen geöffnet. Besonders in Schöneberg wird viel gefeiert. Die Abschlusskundgebung ist am Brandenburger Tor mit einem großen Bühnenprogramm und einer Party. Bei der Abschlusskundgebung tritt auch die Sängerin Sarah Connor auf. Sie werde am Abend auf der Hauptbühne am Brandenburger Tor dabei sein, eine Gage verlangte sie nicht, teilten die Veranstalter mit. Parallel will eine deutlich linkere Demonstration am Nachmittag in Wedding protestieren. Ab 15.00 Uhr geht es mit dem Titel «Internationalist Queer Pride» gegen Kapitalismus und Kolonialismus. Angekündigt ist außerdem nahe dem Potsdamer Platz eine Gegendemonstration von rechtsextremen Gruppen mit dem Titel: «Wir sagen „Nein zum CSD“ - Schluss mit den Gendern - Es gibt nur zwei Geschlechter „Mann und Frau“». Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenRapperin Ikkimel am Brandenburger Tor
Hunderttausende Menschen am Samstag erwartet
Parade durch Mitte und Schöneberg, Party im Tiergarten
Weitere Demonstrationen von links und rechts