Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen einen Russen wegen möglicher Sabotageversuche an der Gasversorgung in Deutschland nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. Im Fokus steht nach Angaben der Behörde eine ehemalige Tochterfirma des staatlichen russischen Energiekonzerns Gazprom.
Am Mittwoch durchsuchten Einsatzkräfte in Berlin Räumlichkeiten des Beschuldigten sowie einer weiteren, nicht-tatverdächtigen Person, wie die oberste deutsche Strafverfolgungsbehörde mitteilte. Auch bei einem Unternehmen in Frankfurt am Main fanden Durchsuchungen statt. Festnahmen gab es keine, die Maßnahmen dienten den Angaben nach lediglich zur Aufklärung. Die polizeilichen Ermittlungen liegen beim Zollkriminalamt.
Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass durch die Übertragung der früheren Tochter Gazprom Germania GmbH an ein Moskauer Unternehmen im März 2022 und die anschließend geplante Liquidierung der Firma die Gasversorgung in Deutschland beeinträchtigt werden sollte. Dem russischen Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe die Liquidierung mit diesem Ziel unterstützt. Gegen ihn wird wegen Beihilfe zu versuchter verfassungsfeindlicher Sabotage sowie zu Verstößen gegen das Außenwirtschaftsgesetz ermittelt.