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Tonnenweise Marihuana geschmuggelt - Langjährige Haftstrafen

Tonnenweise Marihuana geschmuggelt - Langjährige Haftstrafen
Zehn Männer wurden in einem Prozess um 7,7 Tonnen Marihuana verurteilt. (Symbolfoto) / Foto: Jens Kalaene/dpa
Von: DieBrandenburger News
In Schiffscontainern zwischen Holzlieferungen wurden große Mengen Marihuana aus Kanada nach Deutschland geschmuggelt. Nach monatelangem Prozess ergingen nun Schuldsprüche gegen zehn Männer.

In einem Prozess um mehr als sieben Tonnen Marihuana sind die drei Hauptangeklagten zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Insgesamt 15 Jahre und sechs Monate Haft wegen bandenmäßigen Handels mit Cannabis verhängte das Landgericht Berlin gegen einen 48-Jährigen. Ein 45-jähriger Angeklagter erhielt acht Jahre und neun Monate, zu sechseinhalb Jahren Haft wurde ein 41-Jähriger verurteilt.

«Es geht um internationale organisierte Kriminalität», sagte die Vorsitzende Richterin Nina Sommer. Marihuana sei mit Hilfe eines Tarnunternehmens von Kanada nach Deutschland geschmuggelt worden - auf dem Seeweg in Schiffscontainern zwischen Holzlieferungen versteckt. Von August 2023 bis November 2024 seien es sieben Lieferungen mit jeweils 1,1 Tonnen gewesen, die letzte sei von der Polizei beschlagnahmt worden. 

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Einziehung von 2,34 Millionen Euro angeordnet

In Fall des 48-Jährigen ergingen unter Einbeziehung einer früheren Verurteilung zwei Strafen von siebeneinhalb sowie acht Jahren Haft. Zudem ordnete das Gericht gegen ihn und den 45-Jährigen die Einziehung von jeweils 2,34 Millionen Euro an.

Sechs Angeklagte im Alter von 25 bis 51 Jahren wurden der Beihilfe zum Verstoß gegen das Konsumcannabisgesetz schuldig gesprochen. Es ergingen Strafen bis zu drei Jahren und neun Monaten, in zwei Fällen wurden die Strafen zur Bewährung ausgesetzt. Ein 28-Jähriger erhielt fünf Jahre Haft wegen gewerbsmäßigen Cannabishandels.

Tarnfirma in Brandenburg

Der 45-Jährige soll laut Ermittlungen ein Tarnunternehmen in Brandenburg geführt haben, um so den Anschein legaler Holzlieferungen zu erwecken. Marihuana sei auf dem Firmengelände im Landkreis Barnim ausgeladen worden, stand für das Gericht fest. Mindestens 390.000 Euro pro Lieferung habe der Unternehmer erhalten - «als Entlohnung für intensive Tatbeteiligung», sagte die Richterin. Der 48-jährige Angeklagte hatte aus Sicht des Gerichts «eine tragende Rolle, was Abnehmer in Deutschland betraf». Der 41-Jährige sei «Logistiker» der Bande gewesen.

In dem siebenmonatigen Prozess hatten sich die meisten Angeklagten geäußert - teilweise geständig. So habe der 48-Jährige «das System mit Containern eingeräumt», hieß es weiter im Urteil. Den Angaben des 45-jährigen Unternehmers, der bestritten und von Holzlieferungen für Sauna-Technik und Zubehör gesprochen hatte, sei das Gericht nicht gefolgt. «Es ging nicht um das Holz», sagte die Richterin.

Die Staatsanwaltschaft hatte höhere Strafen beantragt. Im Fall des 48-jährigen Angeklagten wurden neuneinhalb sowie zehneinhalb Jahre gefordert, zudem die Einziehung des Wertes von Taterträgen in Höhe von rund 19,5 Millionen Euro beantragt. Für vier der Angeklagten hatten die Verteidiger auf Freispruch plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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