Als Reaktion auf die gestiegene Bedrohung baut die Bundespolizei ihre Kapazitäten zur Abwehr von Drohnen erheblich aus. Eine neue Einheit, die unbemannte Luftfahrzeuge aufspüren, abfangen und gegebenenfalls auch abschießen soll, hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) jetzt in Dienst gestellt. Sie wird an Flughäfen, in der Hauptstadt und bundesweit in der Nähe sicherheitsrelevanter Objekte stationiert, um möglichst rasch am Einsatzort sein zu können.
Bis zu 130 Spezialkräfte
Die neue Einheit, die in der Anfangsphase aus rund 60 Bundespolizisten besteht, soll rasch auf 130 Spezialkräfte anwachsen. Sie soll unter anderem KI-gestützte Störsysteme und automatische Abfangdrohnen einsetzen.
Die Bundesregierung hat zudem Reformen des Bundespolizeigesetzes und des Luftsicherheitsgesetzes auf den Weg gebracht. Damit soll die Bundespolizei dort, wo sie ohnehin für die Sicherheit zuständig ist - zum Beispiel an Bahnhöfen und Flughäfen - mehr Befugnisse bekommen.
Außerdem soll die neue Einheit in Amtshilfe die Landespolizeien unterstützen, wenn dies nötig ist und entsprechende Kapazitäten zur Verfügung stehen. Alle Spezialkräfte der Bundespolizei, zu denen nun auch die Drohnenabwehreinheit zählt, unterstehen der in Berlin angesiedelten Bundespolizeidirektion 11. Deren Leiter, Olaf Lindner, sagte, mit der neuen Einheit sende man eine Botschaft in die deutsche Gesellschaft und «in Richtung unserer Gegner».