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Minister: Banden sehen Brandenburg als Rückzugsraum

Minister: Banden sehen Brandenburg als Rückzugsraum
Unter hohen Schutzvorkehrungen untersuchen Spezialisten ein illegales Drogenlabor in Ludwigsfelde. (Archivbild) / Foto: Michael Bahlo/dpa
Von: DieBrandenburger News
Schüsse auf Spät-Kioske, Drogenlabore im Gewerbegebiet: Kriminelle Netzwerke in Berlin machen vor Landesgrenzen nicht halt. Rückzugsgebiet Brandenburg? Wie der Innenminister die Lage einschätzt.

Schüsse, Schutzgeld, Drogenlabore: Nutzt die organisierte Kriminalität in Berlin das Nachbarland Brandenburg verstärkt als Ausweichzone? Innenminister Jan Redmann ist überzeugt: «Kriminelle Banden betrachten das Land zum Teil als Rückzugsraum.» Der CDU-Politiker setzt auf eine enge Zusammenarbeit mit der Berliner Polizei. 

«Große Drogenlabore lassen sich in einer dicht besiedelten Stadt möglicherweise schwerer verstecken», sagte Redmann der Deutschen Presse-Agentur. «Gewerbegebiete, in denen es mehrere Unternehmen gibt, die mit Chemikalien hantieren, sind dann auch vielleicht eine bessere Tarnung», so der Innenminister von Brandenburg.

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Große Drogenlabore in Ludwigsfelde und Nauen

In einer Halle in einem Gewerbegebiet in Ludwigsfelde entdeckten Polizei und Zollfahnder im Juli ein großes illegales Drogenlabor, in dem vor allem Crystal Meth hergestellt wurde. Eine noch viel größere Produktionsstätte für synthetische Drogen wurde Ende Oktober 2025 in Nauen nordwestlich von Berlin ausgehoben. 

Zudem gibt es Ermittlungen im Bereich der organisierten Kriminalität nach Schüssen auf zwei Spätis in Potsdam - in dieser Form ein neues Phänomen in der Landeshauptstadt. Es soll wahrscheinlich Geld erpresst werden. 

Gewaltvorfälle mit Schüssen in Berlin

Seit längerem macht Gewaltkriminalität mit Schusswaffen der Berliner Polizei Sorgen. Das LKA hatte im November 2025 die Sondereinheit «Ferrum» (lateinisch für «Eisen») ins Leben gerufen.

Die Entwicklungen in Berlin haben aus Redmanns Sicht Auswirkungen auf Brandenburg. «Natürlich ist das, was wir hier in Brandenburg erleben, sehr oft auch ein Echo aus dem, was in Berlin stattfindet», so der Minister. «Die Landesgrenzen gibt es für die organisierte Kriminalität nicht.»

Ermittler folgen den Spuren des Geldes

Die Polizei in Brandenburg arbeite deshalb sehr eng mit der Berliner Polizei zusammen, um die organisierte Kriminalität zurückzudrängen. «Also gerade bei der organisierten Kriminalität lohnt sich immer der Grundsatz: Follow the money. Dort, wo die Geldströme entlanggehen, sind die Strukturen am ehesten erkennbar», so Redmann. Deshalb hätten sich in Berlin und Brandenburg die Landeskriminalämter entsprechend vernetzt, um genau diesen Spuren zu folgen.

Nach den Schüssen auf zwei Spätis in Potsdam wurde ein 24-Jähriger in Berlin als Verdächtiger gefasst. Die Ermittlungen zu den Hintermännern gehen jedoch weiter. 

Besserer Zugriff auf digitale Daten soll helfen

Innenminister Redmann will über ein neues Polizeigesetz künftig einen besseren Zugriff der Ermittler auf digitale Daten möglich zu machen. «Es ist uns wichtig, dass die Polizei die Befugnisse bekommt, auch Kommunikationswege aufzuklären, um dann auch die Hintermänner ermitteln zu können.» Es gehe es unter anderem darum, verschlüsselte Kommunikation über Messenger-Dienste aufklären zu können. «Es geht darum, dann auch zugreifen zu können auf digitalisierte Daten, um die Nachrichtenwege nachvollziehen zu können. Das ist gegenwärtig mit den gegenwärtigen rechtlichen Voraussetzungen in Brandenburg der Polizei zu oft nicht erlaubt.»

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