Männer bei Dates ausgeraubt: Angeklagter gesteht sechs Taten
Sieben Männer wurden innerhalb von knapp einem Monat bei Dates überfallen: Ein 18-Jähriger steht nach einer Serie von Raubtaten vor dem Landgericht Berlin. Er soll sich per Dating-App mit Männern in deren Wohnungen verabredet und dort mit Mittätern die Herausgabe von Bargeld, EC-Karten und weiteren Wertgegenständen verlangt haben. Opfer seien geschlagen und teilweise mit Messern bedroht worden. Die Anklage lautet auf räuberische Erpressung, gefährliche Körperverletzung und erpresserischen Menschenraub. Der Verteidiger sagte zu Prozessbeginn, sein Mandant gebe eine Beteiligung an sechs der sieben Taten zu. «Er war dabei und mit in den Wohnungen», so der Anwalt. Zu Einzelheiten wolle sich der Angeklagte zu einem späteren Zeitpunkt äußern. «Was wir getan haben, tut mir leid», sagte der 18-Jährige zu einem als Zeugen gehörten Opfer. Todesdrohungen gegen Opfer Die Serie begann am 9. Mai 2026 in Berlin-Lichtenberg. Unter dem Vorwand eines über eine Dating-Plattform vereinbarten Treffens hätten sich der 18-Jährige und mehrere Mittäter in sieben Fällen Zugang zu den Wohnungen der Opfer verschafft, so die Anklage. Sie hätten unter Todesdrohungen und auch mit körperlicher Gewalt Bargeld sowie EC-Karten und dazugehörige Zugangsdaten gefordert. Die geschaffene Zwangslage habe für Opfer bis zu zwei Stunden angedauert. Ein 25-jähriges Opfer sagte, es sei der Angeklagte gewesen, mit dem er sich zu sexuellen Handlungen verabredet hatte. Als er etwa eine halbe Stunde später die Tür öffnete, seien dann drei Personen in seine Wohnung eingedrungen, so der Zeuge. Weil er ihnen zunächst eine falsche PIN für sein Konto gegeben habe, sei er ins Gesicht geschlagen worden. Ein weiterer Zeuge schilderte: «Ich wurde geschlagen, wenn ich nicht pariert habe.» Der Angeklagte und mehrere Komplizen sollen insgesamt rund 1.600 Euro Bargeld sowie Handys und weitere Gegenstände im Wert von rund 8.000 Euro erbeutet haben. Der 18-Jährige wurde am 5. Juni festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind bislang vier weitere Tage bis zum 14. Oktober terminiert. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten