Das Berliner Gefängnistheater Aufbruch sorgt sich nach den Kürzungen der Justizverwaltung um seine Existenz - und die sozial wichtige Zusammenarbeit mit Inhaftierten. Derzeit ist das Theater auf der Suche nach anderen Finanzierungswegen, etwa durch Sponsoring, Drittmittel oder Bußgeld.
«Wenn wir im Mai, Juni feststellen, dass wir keine Drittmittel bekommen haben und dass auch das Sponsoring nicht reicht, dann können wir eigentlich nicht weiterarbeiten», sagt Produktionsleiterin Sibylle Arndt der Deutschen Presse-Agentur.
Sie verweist auf den gesellschaftspolitischen Wert des Projekts. Von allen Seiten gebe es das Signal, «dass unsere Arbeit wichtig ist, dass das Publikum die Arbeit sehen will». Es sei wichtig, dass es weiter «diese Begegnung gibt zwischen draußen und drinnen». «Und das alles wird entzogen, wenn wir unsere Arbeit nicht mehr machen können», erklärt Arndt die prekäre Lage.
Bisher finanzierte sich «Aufbruch» nach eigenen Angaben zu zwei Dritteln aus Mitteln der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz und zu einem Drittel aus Mitteln der Kulturverwaltung. Das Geld aus dem Justizetat wurde um 70 Prozent gekürzt - von 202.000 auf 60.000 Euro. Die Kulturverwaltung habe die Förderung von 110.000 Euro im Jahr beibehalten.