Die Berliner Gewerkschaft der Polizei beklagt unerträgliche Arbeitsbedingungen und einen eklatanten Platzmangel in den Räumen der Wache des Regionalabschnitts Friedrichstraße – zuständig unter anderem für weithin bekannte Kriminalitäts-Hotspots wie Görlitzer Park und Kottbusser Tor. «Neben bröckelnder Bausubstanz und eklatantem Platzmangel für die Beschäftigten flattern Motten durch die Schränke, tote Ratten wurden bereits entdeckt», heißt es in einer Pressemitteilung.
Vorwurf: Beamte sollen selbst Wände streichen
Als neue Idee sollten die Kollegen selbst neue Wandfarbe aufbringen, weil sich keine Firmen finden, empört sich Schleheider. «Wir reden über den wohl am stärksten belasteten Polizeiabschnitt unseres Landes. Aber die Raketenwissenschaftleridee besteht darin, dass unsere Kollegen dann auch noch selbst malern sollen, um Geld und Zeit zu sparen.»
Insgesamt herrschten nicht erst seit gestern Zustände, bei denen andere Gebäude wegen Gesundheitsgefahren dichtgemacht werden müssen. «Wenn Motten aus dem Schrank flattern und tote Ratten auf dem Boden liegen, ein Stromschlag praktisch eine Frage der Zeit ist, kann das keiner einfach wegatmen.»
«Buchstäblich auf den letzten Metern der Sanierung»
Polizeipressesprecher Florian Nath sagt dazu der «BZ», die Kritik am Bauzustand werde ernst genommen. Gleichzeitig sei zu berücksichtigen, dass Besserung in Sicht sei. Die Dienststelle befinde sich nach rund 15 Jahren Wartezeit «buchstäblich auf den letzten Metern des entscheidenden Teilabschnitts einer umfassenden Sanierungs- und Umbauphase».
Es seien Verbesserungen geplant mit dem Ziel, eine «moderne und funktionale Dienststelle zu schaffen, die den Anforderungen und Bedürfnissen aller Kolleginnen und Kollegen gerecht wird», so eine Polizeisprecherin. Heraushängende Stromkabel, welche die Gewerkschaft der Polizei anprangerte, führten demnach keinen Strom mehr, abgestellte Monitore stellen laut Polizei keine Büroarbeitsplätze dar.
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