Immer mehr offene Verfahren in den Staatsanwaltschaften
Die Zahl der offenen Verfahren ist in Brandenburg weiter gestiegen. Zur Jahresmitte 2026 hätten die Strafverfolger in einer Umfrage der Deutschen Richterzeitung mehr als 43.100 offene Fälle gemeldet, sagte ein Sprecher des Deutschen Richterbundes. Ende vergangenen Jahres waren es rund 41.600. Im Bund liegt die Zahl unerledigter Verfahren mit 1,1 Millionen auf einem Höchststand. Dabei nahmen die Eingangszahlen neuer Verfahren in Brandenburg zuletzt etwas ab. Circa 87.500 neue Fälle zählten die Staatsanwaltschaften bis zur Jahreshälfte 2026. Im Vorjahr waren es im Vergleichszeitraum etwa 96.500 Fälle. «Den Strafverfolgern steht die Verfahrensflut bis zum Hals. Die Politik droht weiteres Vertrauen bei den Menschen einzubüßen, wenn sich der Eindruck einer Strafverfolgung nach Kassenlage verfestigt», sagte Sven Rebehn, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes. Immerhin hätten die Bundesregierung und die Länder den neuen Rechtsstaatspakt beschlossen, der 2000 zusätzliche Stellen für Richterinnen und Staatsanwälte vorsieht. Entscheidend sei, dass die Länder die Co-Finanzierung des Bundes von 240 Millionen Euro jetzt zügig in einen kraftvollen Stellenaufbau für die Justiz umsetzen. In Brandenburg sollen die Behörden in den kommenden Monaten personell stärker unterfüttert werden. Die Staatsanwaltschaften und der Justizvollzug seien unterbesetzt, sagte Justizminister Benjamin Grimm (SPD) zuletzt dem «Tagesspiegel». «Aber die Perspektive ist gut, denn mit dem neuen Haushalt werden wir auch in Brandenburg mit Unterstützung des Bundes viele neue Stellen schaffen. Und die werden im Schwerpunkt in die Staatsanwaltschaften gehen, damit wir die Verfahren schneller abarbeiten können.» Das Ziel sei, «dass die Strafe auf den Fuß folgen soll». Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten