Weil er als Pfleger in Berliner Krankenhäusern schwer kranke Patienten bestohlen und insgesamt knapp 160.000 Euro erbeutet haben soll, steht ein 45-Jähriger vor dem Amtsgericht Tiergarten. Gegen den Mann liegen drei Anklagen vor. Zu den meisten Taten sei es auf den Covid-Stationen eines Krankenhauses in Berlin-Zehlendorf gekommen. Mit Giro- und Kreditkarten seiner Corona-Intensivpatienten habe er zwischen Mai 2020 und Februar 2021 immer wieder Geld abgehoben. Etwa zwei Jahre später habe der Mann ähnliche Taten in anderen Kliniken begangen. Zu Prozessbeginn am Dienstag kündigte der Verteidiger ein Geständnis zu einem späteren Zeitpunkt an.
Die Anklagen lauten auf gewerbsmäßigen Diebstahl und Computerbetrug. Insgesamt geht es um über 150 Taten. Betroffen seien 15 damalige Patientinnen und Patienten. In einigen Fällen habe der 45-Jährige die Wohnungsschlüssel von Patienten an sich genommen und sich so Zutritt zu deren Wohnungen verschafft, um nach Wertsachen zu suchen. Mehrmals habe er Schmuck gestohlen. Mit erbeuteten EC-Karten habe er an Automaten Geld abgehoben. Außerdem soll er auch Geld von Patientenkonten auf die Konten anderer Patienten überwiesen und dann von dort abgehoben haben. Einige der Betroffenen seien inzwischen gestorben, hieß es im Prozess.