Das umstrittene Sparpaket für stabile Krankenkassenbeiträge könnte weniger Ärztinnen und Ärzte zur Folge haben: Davor warnt die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin. «Ältere Ärzte haben uns gegenüber ganz klar signalisiert, dass sie darüber nachdenken, aufzuhören. Jüngere Ärzte überlegen sich, ob sie überhaupt in die Niedergelassenen gehen», sagte der Vorstandsvorsitzende Burkhard Ruppert im «Inforadio» vom RBB. Das wiederum würde weniger Termine für Patientinnen und Patienten bedeuten.
Das Sparpaket bringe vor allem für chronisch Kranke Nachteile, meinte Ruppert. «Die, die nicht krank sind, das muss man ganz klar sagen, das sind die, die den Vorteil aus diesem Gesetz haben.» Statt nur um Beitragssatzstabilität müsse es um strukturelle Veränderungen gehen, fordert er.
Bundestag will über Gesundheitsreform entscheiden
Der Bundestag entscheidet heute über das Sparpaket der schwarz-roten Koalition. Geplant ist, die gesetzlichen Krankenkassen 2027 von stark steigenden Ausgaben zu entlasten, um neue Beitragserhöhungen zu verhindern. Vorgesehen sind Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken, Apotheken und Pharmabranche - aber etwa auch höhere Zuzahlungen für Medikamente und Einschränkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern.
Offen ist noch, ob das Paket nach dem Votum des Bundestages auch zur abschließenden Beratung auf die Tagesordnung der Länderkammer kommt. Der Bundestag müsste einen Antrag auf Fristverkürzung stellen, ob die Länder dem zustimmen, ist unklar.
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