Bei einer Gedenkveranstaltung zum schwersten Luftangriff auf Berlin im Zweiten Weltkrieg liest die Schauspielerin Martina Gedeck einen Zeitzeugenbericht einer jungen Mutter. Am authentischen Ort, in einer Bunkeranlage zwischen Berlin-Mitte und -Kreuzberg, stellt Gedeck am Montag erstmals öffentlich den Bericht der Berlinerin vor, deren vier Kinder bei dem schweren Angriff vor 80 Jahren ums Leben kamen. Dazu lädt der Verein Berliner Unterwelten e.V. ein. Auch Bürgermeisterin und Senatorin Franziska Giffey (SPD) will vor Ort sein.
Mehr als 4.000 Menschen hatten während des Luftangriffs am 3. Februar 1945 in der Bunkeranlage Schutz gesucht und überlebt. Tausende Menschen kamen um. Im Wehrmachtsbericht sei von 2.894 Toten die Rede, britischen und amerikanischen Quellen zufolge gab es bis zu 25.000 Opfer, teilten die Berliner Unterwelten mit. 120.000 Menschen wurden demnach obdachlos.
Die Zeitzeugin schrieb ihren Bericht 1952. Diese Erinnerungen wurden später zufällig vom Verein entdeckt, der den Namen und den Wohnort der Frau herausfand.