Bei einer pro-kurdischen Demonstration mit mehreren Hundert Menschen zur Lage in Nordsyrien ist es in Berlin-Wedding zu Ausschreitungen gekommen. Es flogen Flaschen, Steine und Holzlatten, wie die Polizei mitteilte. Ein Polizist wurde demnach am Kopf getroffen, konnte seinen Dienst aber fortsetzen. Im Laufe der Demonstration am Sonntag seien fünf Personen vorläufig festgenommen und vier Strafermittlungsverfahren eingeleitet worden: zwei wegen des Verdachts der Körperverletzung und wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und zwei wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs.
Was ist der Hintergrund?
In den vergangenen Wochen gab es immer wieder Demonstrationen gegen die Unterdrückung der kurdischen Bevölkerung in Syrien. Hintergrund ist die zugespitzte Lage in Nordsyrien mit Regierungstruppen und ihren Verbündeten auf der einen Seite sowie den kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) auf der anderen.
Kurden leben vor allem im Südosten der Türkei, aber auch im Iran, im Irak sowie in Syrien. Die Kurden im Gebiet Rojava – so wird der kurdisch verwaltete Nordosten Syriens bezeichnet – wollen ihren Traum von einem eigenen Staat verwirklichen. Die Regierung unter Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa will hingegen einen zentralistischen Staat aufbauen.
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten