Der umstrittene Soul-Star Xavier Naidoo hat kurz nach seinem Comeback auf einer Demonstration vor dem Bundeskanzleramt in Berlin mit Aussagen unter anderem zu «Menschenfressern» irritiert. «Wir reden von Menschenfressern», sagte der 54-Jährige am Rande der Veranstaltung «Sexuelle Gewalt an Kindern stoppen» mit Bezug zu den Epstein-Akten. «Wir reden nicht von normalem Sex-Trafficking und jungen Frauen und so. Nee, die fressen unsere Babys.»
Der baden-württembergische Antisemitismusbeauftragte bewertet Naidoos Wortwahl als radikalisierend. «In der Vergangenheit hat Xavier Naidoo mit sehr deutlichen Anspielungen wie „Tothschild“ die Spur zum Antisemitismus gelegt und dies leider nicht glaubwürdig aufgearbeitet», sagte Michael Blume. «Ein großer Teil seiner Anhängerschaft wird daher auch die Begriffe „Kinderfresser“ und „Menschenfresser“ als antijüdische Verschwörungsmythen aufnehmen.» Dies sei sehr gefährlich.
Seit Jahrhunderten gibt es die antisemitische Verschwörungserzählung, die besagt, dass Juden aus rituellen Gründen kleine Kinder töteten. Naidoos Management äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht.