Boris Becker nimmt sich erst noch einen Moment. Der frühere Tennisprofi kommt mit seiner Frau Lilian zum Interview. Offen spricht er über seine Zeit im Gefängnis. In Großbritannien verbrachte er 231 Tage wegen Insolvenzstraftaten hinter Gittern, davon handelt sein Buch «Inside». Vor dem Gespräch in Berlin hat er eine Bitte: Einen Zigarillo vor der Tür, alleine.
Frage: Der Zigarillo, Herr Becker. Wie sehr haben Sie den vermisst?
Antwort: Nicht nur den Zigarillo. Den habe ich natürlich auch vermisst, aber wenn einem die Freiheit genommen wird, kann man sich vorher nicht vorstellen, wie es ist. Da fehlt einem nicht nur der Zigarillo, sondern auch der enge Kontakt zu seinen Lieben.
Frage: Gibt es etwas, was Sie gelernt haben aus dieser Zeit?
Antwort: Ja, eine ganze Menge. Ich habe sehr viel über die Gründe reflektiert, warum ich im Gefängnis gelandet bin, was waren die Fehler, wann ging es in die falsche Richtung? Mittlerweile sind es zweieinhalb Jahre seit meiner Entlassung und Abschiebung nach Deutschland und meine Frau und ich leben seit April 2023 in Italien. Wir können ein wenig stolz sein, wie wir heute wieder aufgestellt sind.