Potsdam (dpa/bb) – An den Schulen Brandenburgs arbeiten derzeit so viele Seiteneinsteiger wie nie zuvor. Im laufenden Schuljahr 2023/24 sind fast ein Fünftel (17,7 Prozent) aller Lehrkräfte ohne Lehramtsbefähigung an den öffentlichen Schulen beschäftigt, wie das Bildungsministerium in Potsdam auf eine Anfrage aus der Linke-Landtagsfraktion mitteilte. In den ländlichen Regionen, dem sogenannten weiteren Metropolenraum, ist es sogar fast ein Viertel (24 Prozent). Von den dort arbeitenden 12.603 Lehrkräften haben 3006 keine Lehramtsbefähigung.
Lehrerverband: Keine Alternative zu Seiteneinsteigern
Für den Präsidenten des Brandenburgischen Pädagogen-Verbands, Hartmut Stäker, gibt es zur verstärkten Einstellung von Seiteneinsteigern keine Alternative. «Wir können uns schon glücklich schätzen, wenn es gelingt, dass das Niveau der vermittelten Bildung an den Schulen nicht noch weiter absinkt», sagte er der Deutschen Presse-Agentur.
Dazu müsse die Qualifizierung der Seiteneinsteiger weiter verbessert werden. Bis die heutigen Lehramtsstudenten in den Landesdienst übernommen werden könnten, dauere es noch rund sieben Jahre. In der Grundschule müsse der punktuelle Schwerpunkt Rechnen, Schreiben und Lesen spätestens ab Klasse drei gewährleistet sein.
Landesschülerrat-Sprecher Stefan Tarnow nannte es wichtig, «dass wir erst einmal Personal an den Schulen haben». Man müsse aber darauf achten, dass es nicht zu Qualitätseinbußen bei der Schulbildung komme. Leider gebe es immer wieder Personal, dem es an fachlicher und pädagogischer Qualifikation mangele.