Der Brandenburgische Pädagogen-Verband (BPV) hat die geplante Erhöhung der Pflichtstunden für Lehrkräfte als «fiese Mogelpackung» kritisiert. Vize-Verbandspräsident Alexander Lipp warnte vor einem «riesigen Chaos» an den Schulen.
Nach BPV-Angaben führt die geplante Mehrarbeit pro Lehrkraft nicht zu einem größeren Stundenkontingent an den Schulen. Stattdessen würden gleich viele Unterrichtsstunden von weniger Lehrkräften abgedeckt. Es entstehe ein Überhang an Lehrerinnen und Lehrern, die die Schulen verlassen müssen und an anderen Schulen eingesetzt werden sollen - ein sogenanntes «Umsetzungskarussell», so Lipp. Lücken, die dabei entstehen, sollen von Vertretungs- oder Honorarkräften besetzt werden, die einerseits kostengünstiger sind, andererseits aber nicht voll ausgebildet - oft handele es sich um Studierende.
Zu Beginn des Schuljahres greifen Stellenkürzungen bereits, so BPV-Präsident Hartmut Stäker. Da das Unterrichtsangebot nicht gekürzt werden könne, werde vor allem bei «Stunden für Ganztag, für Inklusion, für Förderung oder Vertretung und so weiter» gespart.