In der Robert-Reinick-Grundschule im Westen Berlins hatte sich schnell herumgesprochen, dass Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nun doch keine Zeit für den Vorlesetag haben würde. Stattdessen kam Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) durch die Tür. Ein bisschen überrascht waren einige Kinder über die Programmänderung aber doch. «Warum ist der Bundeskanzler nicht da?», fragte einer der Schüler. «Er hätte das wirklich sehr, sehr gerne gemacht», versicherte Frei.
«Ich bin ja kurzfristig eingesprungen», erläuterte er, - weil der Bundeskanzler sich leider um andere Dinge kümmern müsse. Dabei ging es um interne Gespräche und Telefonate zur Lage in der Ukraine, wie es aus Regierungskreisen hieß.
Frei ist gleichzeitig Bundesminister für besondere Aufgaben - dazu kann eben auch gehören, spontan Termine in einer Grundschule zu übernehmen. «Als ich heute Morgen aufgestanden und zur Arbeit gegangen bin, konnte ich das noch nicht erahnen, dass der Tag so wunderschön werden würde», erzählte er den Schülerinnen und Schülern. «Ich hatte eher mit einigen Akten gerechnet.»