In Berlin fehlt es an Menschen, die ehrenamtlich die Vormundschaft für unbegleitete minderjährige Geflüchtete übernehmen. Allein im vergangenen Jahr habe das Land gut 3100 unbegleitete Kinder und Jugendliche aufgenommen, sagte der Staatssekretär für Jugend und Familie, Falko Liecke (CDU), der Deutschen Presse-Agentur. «Und in diesem Jahr rechnen wir in etwa in dieser Größenordnung. Derzeit haben wir rund 200 ehrenamtliche Vormünder, die sich um diese jungen Leute kümmern.» Gesucht würden deshalb weitere Berlinerinnen und Berliner, die Verantwortung für einen jungen Flüchtling übernehmen möchten.
«Man sollte selbst geschäftsfähig, also auch volljährig sein, eine gewisse Lebenserfahrung und keine Straftaten verübt haben», erläuterte Liecke. Wichtig sei großes Interesse daran, sich für den jungen Menschen einzusetzen und vielleicht auch privat mal etwas zu unternehmen. «Das ist aber nicht zwingend.»
Geschlecht oder Alter seien für die Übernahme einer Vormundschaft nicht wichtig, anders als Interesse und Engagement. «Man sollte natürlich in der Lage sein, sich tatsächlich um diese Dinge zu kümmern», so der Staatssekretär - etwa, wenn es darum geht, Verträge abzuschließen oder Anträge zu stellen. «Man muss sich mitunter auch schon durch den Behördendschungel durchkämpfen und auch hartnäckig sein. Das kann man nicht vom Sofa aus machen.»