Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (52), geboren und aufgewachsen im westlichen Stadtbezirk Spandau, war schon als Kind mit der Mauer konfrontiert. Als kleiner Junge habe er mit seiner Mutter Radtouren durch den Spandauer Forst gemacht. «Und irgendwann endeten diese Radtouren - nicht weil wir nicht mehr konnten, sondern weil da eine Mauer war», erinnert er sich.
Unerklärlicher Wunsch, die Mauer zu überwinden
«Ich habe das bereits als kleiner Junge nie verstanden, warum da eine Mauer steht, und dann immer Steine über diese Mauer geschmissen, vom Westteil aus. Und meine Mama hatte immer Angst, dass da was passiert. Sie hatte Sorge vor den Grenzsoldaten.»
Und umso schöner sei für ihn dann der 9. November 1989 gewesen. «Ich war bei einer Veranstaltung, ich weiß das noch sehr genau», erzählt der CDU-Politiker. «Und irgendwann rannte jemand auf die Bühne und sagte "Die Mauer ist offen."» Er und andere Teilnehmer seien dann direkt zur Invalidenstraße gelaufen, wo damals ein Grenzübergang war, an dem die Schlagbäume dann irgendwann hochgingen und die Menschen in den Westen strömten. «Es war einfach ein unfassbarer Moment für mich.