Karya - den Ort und das Geschehen kannten lange nur wenige. Erstmals zeigt eine Ausstellung des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit in Berlin Fotos, wie die Nationalsozialisten während der deutschen Besatzung Griechenlands 1943 rund 300 Juden zwangen, ein Bahngleis bei Karya in einen Berg zu treiben.
Entsetzliche hygienische Bedingungen, verschimmeltes Essen und zu wenig Wasser kosteten viele der jüdischen Zwangsarbeiter schon vor Ort das Leben, wie es in einem Vortrag des Kurators Iason Chandrinos hieß. Wer die Qualen der Zwangsarbeit überlebte, wurde im August 1943 ins NS-Vernichtungslager Auschwitz verschleppt.
Einer der wenigen, der beide Martyrien überstand, schrieb 1954: «Wir wurden so schlecht behandelt, dass ich glaubte, dass Karya die Hölle auf der Erde ist. Als ich später nach Auschwitz-Birkenau, wo es die Krematorien gab, abtransportiert wurde, dachte ich mir, dass es dort im Vergleich zu Karya ein Paradies ist.»