Cetin Mert wäre an diesem Samstag 54 Jahre alt geworden. Tatsächlich kam er als kleiner Junge an seinem fünften Geburtstag am 11. Mai 1975 ums Leben - ein Unfall, der durch die Weltpolitik zum Drama wurde. Eine Grünfläche in Kreuzberg soll künftig an Cetin Mert erinnern, der als eines der jüngsten Opfer der Berliner Teilung bis 1989 gilt.
Beim Ballspielen fiel das Kind an seinem Geburtstag unweit der Oberbaumbrücke in die Spree. Da diese an dieser Stelle damals in voller Breite zum Gebiet der DDR gehörte, trauten sich West-Berliner Retter auf der Suche nach Cetin nicht ins Wasser. Ein Boot der DDR-Grenztruppen kam zu spät, obwohl DDR-Aufklärer den Unfall bemerkt hatten. Der kleine Junge wurde fünf Meter vom Ufer entfernt von DDR-Tauchern tot geborgen.
«Heutzutage überqueren wir die Oberbaumbrücke, die unsere beiden Bezirksteile verbindet, wie selbstverständlich», erklärte die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Clara Hermann. «Zu Zeiten der deutschen Teilung sind in diesem Gebiet spielende Kinder gestorben. An eines dieser tragischen Schicksale erinnern wir in diesem Kreuzberger Park.» Die offizielle Benennung der Grünfläche an der Ecke Skalitzer Straße/Mariannenstraße soll am Samstag (15.00 Uhr) begangen werden.