Fast geräuschlos gleitet Pia Kräft über die Buchen- und Eichenkronen hinweg. Am Horizont ist der Turm der St. Bartholomaei-Kirche von Demmin zu sehen. Der Ruf eines Kranichs ist zu hören. «Ist das nicht wunderschön?», fragt die Wissenschaftlerin der Technischen Universität Berlin, während sie in luftiger Höhe in einem Arbeitskorb an einem Drehkran hängt - mitten im Wald.
«Das ist der schönste Arbeitsplatz, den man sich vorstellen kann», schwärmt Kräft. Man fliege durch die Baumkronen zu den «Messpatienten». Die Messpatienten, das sind Bäume, denn der 45 Meter hohe Drehkran inmitten des Wendeforstes bei Demmin dient zur Überprüfung ihrer Vitalität, also vereinfacht gesagt der Frage: Wie geht es den Buchen, Eichen, Lärchen, Douglasien und Fichten ringsherum?
Mindestens im Nordosten handelt es sich nach Aussage von Kai Jütte von der Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern zum am besten vermessenen Waldstück. Auf einem Hektar seien rund 400 Bäume erfasst. 40 sogenannte Intensivbäume würden besonders genau untersucht.