Der Mauerfall am 9. November 1989: Das ist diese seltsame Pressekonferenz mit SED-Funktionär Günter Schabowski, der die Sensation in den letzten fünf Minuten vernuschelt. «DDR öffnet Grenzen», geht kurz darauf als Eilmeldung um die Welt. Trabi-Kolonnen wälzen sich von Ost nach West, Menschen liegen sich jubelnd in den Armen, erklimmen die Mauer, tanzen am Brandenburger Tor. Wer dabei war, sieht diese Bilder seit 35 Jahren mit Gänsehaut. Auch alle anderen wissen: Da passierte etwas Großes.
Einiges aber ist nach einem halben Menschenleben in Vergessenheit geraten - oder von Anfang an unter den Tisch gefallen. Der November 1989 war nicht nur für die DDR ein Ausnahmezustand, als täglich Zehntausende demonstrierten und Tausende das Land verließen. Auch die Bundesrepublik geriet erheblich unter Druck und wurde von den Ereignissen überrumpelt. Einige Fakten, die den Rückblick lohnen.