Erneut ist am «Königsgrab» von Seddin im Nordwesten Brandenburgs eine große Anlage aus der späten Bronzezeit entdeckt worden. Laut dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege handelt es sich um eine dicht bebaute Wohnsiedlung. Die bisher freigelegten Reste von sieben Häusern stehen rund um die riesige «Halle des Königs», die vor rund einem Jahr bei Grabungen freigelegt wurde. Der Brandenburger Landesarchäologe Franz Schopper sprach bei der Präsentation der Funde von einer «großen Überraschung» und einem «wahren Häusermeer».
Laut Grabungsleiter Immo Heske von der Georg-August-Universität Göttingen, der die Untersuchungen in Seddin seit rund zehn Jahren begleitet, handelt es sich um eine dichte Bebauung auf einer Fläche von rund 2.000 Quadratmetern. Zwischen 200 und 300 Menschen sollen hier gleichzeitig gelebt haben. Dabei habe es sich vorwiegend um Zimmerleute, Metallgießer und andere Handwerker sowie Landwirte gehandelt.
Hausgrößen von rund 7 Meter Breite und circa 17 Meter Länge lassen laut Landesamt auf Unterschiede in der Sozialstruktur schließen. Überlagerungen der Gebäude zeigten ebenso wie die gefundene Keramik eine Nutzung über mehrere Generationen, hieß es.