Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hat beim Gedenken an die Befreiung des Frauen-KZ Ravensbrück vor 79 Jahren zu Mitmenschlichkeit aufgerufen. «Den Opfern von damals können wir nicht zurückgeben, was ihnen genommen wurde. Aber wir können und müssen uns immer wieder gegen das Vergessen stellen», sagte der SPD-Politiker am Sonntag in Fürstenberg/Havel. «Aus der Vergangenheit lernen heißt einzustehen für Mitmenschlichkeit, Toleranz und ein friedliches Miteinander sowie gegen Hass und Hetze.» Auch in der Gedenkstätte Sachsenhausen wurde an die Befreiung erinnert.
Der Regierungschef rief in der Gedenkstätte Ravensbrück dazu auf, sich aktiv gegen jede Form von Diskriminierung und gegen Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus und die Ausgrenzung von Minderheiten zu stellen. Zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus gehöre auch die Verpflichtung, jüdisches Leben in Deutschland zu schützen.
Mehrere Hundert Menschen waren nach Angaben der Gedenkstätte Ravensbrück zur zentralen Gedenkveranstaltung Brandenburgs gekommen, darunter sechs Überlebende des KZ Ravensbrück aus Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Israel und Polen.