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App «Stolpersteine Digital» erfasst rund 1.500 Stolpersteine in Brandenburg

App «Stolpersteine Digital» erfasst rund 1.500 Stolpersteine in Brandenburg
Im März 2026 wurde in Cottbus der 100. Stolperstein der Stadt verlegt. (Archivbild) / Foto: Frank Hammerschmidt/dpa
Stolpersteine erinnern an Opfer des Nationalsozialismus. Eine App macht die Schicksale der Menschen, an die die Steine erinnern, auf dem Smartphone zugänglich. Was kann die App? Wie funktioniert sie?

Stolpersteine gibt es überall in Deutschland - die kleinen quadratischen Messingsteine im Asphalt erinnern an Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden. Die App «Stolpersteine Digital» erfasst künftig rund 1.500 Stolpersteine aus Brandenburg, Kulturministerin Manja Schüle (SPD) stellt die Erweiterung auf das komplette Bundesland vor. Mit der App können Nutzer Informationen zu den einzelnen Opfern der Nationalsozialisten abrufen und digital an sie erinnern.

Was können Nutzerinnen und Nutzer mit der App machen?

Sie können Stolpersteine auf einer digitalen Karte finden, mit dem Smartphone scannen und Informationen über die NS-Opfer lesen. Außerdem können sie virtuelle Kerzen aufstellen und Hinweise zur Reinigung der Steine bekommen.

Wie kann man die App nutzen?

Die App ist kostenlos und für Smartphones mit Android und iOS verfügbar. Sie wurde bereits 2023 in Schleswig-Holstein eingeführt und seitdem auf weitere Bundesländer ausgeweitet. Auch die rund 1.500 Brandenburger Stolpersteine sind inzwischen in der App abrufbar. Die Erweiterung um Brandenburg wird nun offiziell in Potsdam-Babelsberg vorgestellt.

Wie viele Stolpersteine sind bereits in der App erfasst?

In der App sind mittlerweile mehr als 9.000 Stolpersteine aus acht Bundesländern zu finden. Rund 1.500 davon befinden sich in Brandenburg. Nach Angaben der Initiatoren sind damit alle bisher im Land verlegten Stolpersteine digital erfasst. Nutzer können die Standorte auf einer Karte sehen und Informationen über die Menschen abrufen, an die die Steine erinnern. Das Angebot soll in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden. 

Was sind eigentlich Stolpersteine?

Stolpersteine sind kleine Betonsteine mit Messingplatten, die an Menschen erinnern, die während der NS-Zeit verfolgt oder ermordet wurden. Sie werden meist vor dem letzten selbst gewählten Wohnort der Opfer in den Gehweg eingelassen. Auf den Messingplatten stehen unter anderem die Namen, Geburtsjahre und Informationen über das Schicksal der Menschen. Die Steine sollen an die Opfer erinnern und ihre Geschichten im Alltag sichtbar machen.

Das Projekt wurde 1992 vom Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufen. Mittlerweile gibt es Stolpersteine in zahlreichen europäischen Ländern. Sie gelten als eines der größten dezentralen Mahnmale der Welt.

Wie geht es weiter?

Die App soll in den kommenden Jahren auf ganz Deutschland ausgeweitet werden. Bis Ende 2027 sollen möglichst alle rund 90.000 Stolpersteine in Deutschland digital erfasst sein. Dafür arbeiten der Landesbeauftragte für politische Bildung Schleswig-Holstein und die Landeszentralen anderer Bundesländer zusammen. 

Auch örtliche Initiativen sind an dem Projekt beteiligt. Sie stellen unter anderem Informationen und biografische Texte über die NS-Opfer zur Verfügung. Für den bundesweiten Ausbau stehen insgesamt 250.000 Euro zur Verfügung. Davon kommen 179.000 Euro von der Bundeszentrale für politische Bildung. Zusätzlich gibt es auf der Internetseite des Projekts Unterrichtsmaterialien für Schulen.

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