BVG versteigert vergessene Gegenstände in Berlin – Airwrap erzielt 180 Euro
Taucherflosse, Versace-Brille, Staubsauger: Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben ihre «vergessenen Schätze» unter die Leute gebracht. Bei der Auktion gingen verschiedenste Gegenstände über den Bietertisch, die Bahn- und Busfahrer in den vergangenen Monaten liegengelassen haben. Das Angebot reichte von Fahrrädern, Schmuck, Akkuschraubern, Bildern bis hin zum heiß begehrten «Airwrap». «Das sind nicht abgeholte Sachen wie Fahrräder, Bekleidung, wahrscheinlich mal ein Sportbeutel oder Taschen, die stehen gelassen wurden, irgendwelche technischen Geräte, Fotoapparate, dann die Kopfhörer und ja, ein bisschen Modeschmuck und Armbanduhren», sagt Auktionator Ulrich Beier, der die Auktion leitete. Jedes Stück ist mit einem Startgebot belegt. Der teuerste Startpreis liegt an diesem Donnerstagmorgen bei einem goldenen Armband mit 100 Euro. Zu Beginn der Auktion ist der Bietsaal rappelvoll. Rentner, Studenten, Arbeitslose, Familien mit Kindern schauen sich die Bietgegenstände an, einige machen sich Notizen. Umtriebiges Sprechen erfüllt den Raum. Man hört Deutsch, Italienisch, Englisch und Türkisch. Studentin Sophie hat einen Blick auf den «Airwrap» und eine Box mit Portemonnaies geworfen. «Meine Schmerzgrenze liegt bei 110 Euro», sagt sie mit Blick auf das Gerät, mit dem man Föhnen und Locken machen kann. Das Gerät geht am Ende für 180 Euro weg. «Das ist viel zu viel, dafür, dass da noch etwas fehlt», sagt Sophie. Als Erstes widmet sich Beier den vergessenen Fahrrädern. «Wer ist Icke?», fragte er in Richtung eines rufenden Bieters. «Du musst immer darauf achten, wohin mein Hammer zeigt.» Allein wegen Beier ist ein Besuch der Auktion wert. Die Stimmung ist trotz der wenigen Plätze und vieler stehender Besucher gut. Den erfahrenen Auktionator bringt so schnell nichts aus der Ruhe. «Am Anfang war das mal irgendein Sofa, was bei der BVG liegen geblieben ist», sagt er, wenn man ihn nach einer besonderen Anekdote aus jahrzehntelanger Erfahrung zu BVG-Versteigerungen fragt. «Aber das ist bestimmt schon über 40 Jahre her.» Die Gelassenheit Beiers steht im absoluten Gegensatz zu der Aufregung, mit der viele junge Besucher ihrer ersten Auktion beiwohnen. Beiers Highlights bestehen eher darin, dass der Preis in die Höhe klettert. «Sicher bei technischen Sachen, bei Fotoapparaten, wo ich nicht mehr so den Durchblick habe, also was so was neu kostet», sagt er. «Da kommen schon mal Überraschungen vor, also dass die Leute so bis zum halben Neupreis oder so mitsteigern einfach.» Die Sachen versteigert Beier hintereinander weg. Die Taucherflossen gehen für rund 17 Euro weg. Die Kopfhörer erhält ein Bieter für 18 Euro. Die Angelrute bleibt beim Startgebot von 10 Euro und findet so einen neuen Besitzer. Für Auktions-Interessierte gibt es bei der BVG-Versteigerung keine hohen Mitmach-Hürden: «Sie müssen sich eine Bieternummer nehmen, bezahlen dafür 5 Euro Pfand, danach bekommen sie die wieder zurück und können einfach mitbieten.» Auf den Zuschlagspreis kommen circa 20 Prozent Gebühren. Bar- und Kartenzahlung sind möglich. Pro Quartal findet eine Versteigerung statt. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenTeuerstes Startgebot bei 100 Euro
Bietsaal rappelvoll
Auktionator sorgt für gute Stimmung
Schlag auf Schlag versteigert