Nach monatelangen Bauarbeiten ist die drittgrößte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns wieder per Bahn erreichbar: Seit Betriebsbeginn rollen in Neubrandenburg die ersten Züge wieder, nachdem am Montag noch letzte Test- und Abnahmefahrten erfolgt waren. Bei den Arbeiten wurden in Neubrandenburg, Altentreptow und Sternfeld unter anderem vorhandene Stellwerke durch Neubauten ersetzt, um die Stellwerks- und Bahnübergangstechnik zu vereinheitlichen.
«Wir haben's versemmelt an der Stelle.»
Die Vier-Tore-Stadt war seit vergangenem Sommer vom Bahn-Netz abgeschnitten. Der Konzernbevollmächtigte der Bahn AG für Mecklenburg-Vorpommern, Alexander Kaczmarek, hatte sich im vorigen Monat für die Verzögerungen bei den Bahn-Bauarbeiten rund um Neubrandenburg entschuldigt und dabei eingeräumt: «Wir haben's versemmelt an der Stelle.»
Im Raum Neubrandenburg musste wegen der Bauarbeiten in alle Richtungen auf den Schienenersatzverkehr umgestiegen werden. Wilfried Kramer vom Landesvorstand des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) Nordost hatte bereits Ende vorigen Jahres von einem «Negativ-Rekord» gesprochen. Das Neubrandenburg so lange vom Schienenweg abgekoppelt gewesen sei, habe es in 150 Jahren Eisenbahngeschichte noch nie gegeben.