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Weinlese an Saale und Unstrut weitgehend abgeschlossen – 2026 wieder durchschnittliche Ernte

Weinlese an Saale und Unstrut weitgehend abgeschlossen – 2026 wieder durchschnittliche Ernte
Die Weinlese an Saale und Unstrut ist weitgehend abgeschlossen. (Archivbild) / Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Nach dem ertragreichen Vorjahr fällt die Weinlese an Saale und Unstrut wieder durchschnittlich aus. Die Winzer melden gesunde, reife Trauben – und hoffen mancherorts noch auf Eiswein.

Die Weinlese an Saale und Unstrut ist weitgehend abgeschlossen. Nach der außergewöhnlich großen Ernte im vergangenen Jahr haben die Winzerinnen und Winzer 2026 wieder eine durchschnittliche Menge eingebracht. Die Qualität der Trauben sei trotz Hitze und Trockenheit im Sommer sehr gut, teilte der Weinbauverband Saale-Unstrut mit. Das Anbaugebiet liegt überwiegend in Sachsen-Anhalt - weitere Rebflächen gehören zu Thüringen und Brandenburg. Es ist Deutschlands nördlichstes geschlossenes Qualitätsweinanbaugebiet.

Der Weinbau konzentriert sich vor allem an den Hängen von Saale und Unstrut zwischen Bad Kösen, Freyburg und Naumburg. Weitere Weinbauflächen liegen entlang der Unstrut bis Memleben.

Nach ersten Schätzungen des Verbands liegt der durchschnittliche Ertrag bei rund 52 Hektolitern je Hektar. Damit kehrt die Menge nach dem starken Vorjahr auf ein normales Niveau zurück. Das Deutsche Weininstitut (DWI) rechnet für Saale-Unstrut insgesamt mit etwa 45.000 Hektolitern. Das sind 24 Prozent weniger als 2025, aber etwas mehr als im langjährigen Durchschnitt.

Kleine Beeren, intensive Aromen

Die Trockenheit ließ die einzelnen Beeren an den Trauben vielerorts klein bleiben. Das verringerte die Erntemenge. Zugleich entwickelten sich die Trauben gut: Der Verband berichtet von hohen Mostgewichten - einem Hinweis auf die Reife und den Zuckergehalt des Traubenmosts - sowie intensiven Aromen. Auch der Gesundheitszustand des Leseguts sei überwiegend sehr gut gewesen. In einigen Weinbergen verursachte allerdings Vogelfraß zusätzliche Ertragsverluste.

Rückmeldungen aus den Weingütern bestätigen die Einschätzung des Verbands. Luise Böhme vom Weingut Klaus Böhme beschrieb die Trauben als klein, aber besonders aromatisch und gesund. Auch das Weinhaus Polomski sprach von einer hohen Qualität und hohen Mostgewichten. Mengenmäßig sei die Ernte dort hinter dem Vorjahr zurückgeblieben.

Deutschlandweit unter dem langjährigen Schnitt

Auch bundesweit fällt die Ernte trotz einer nach oben korrigierten Prognose unterdurchschnittlich aus. Das DWI erwartet nun 7,7 Millionen Hektoliter Weinmost. Das entspräche dem Vorjahresniveau und läge zehn Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Zuvor hatte das Institut noch mit einer Menge gerechnet, die 20 Prozent unter dem langjährigen Schnitt gelegen hätte und die kleinste Ernte seit 16 Jahren bedeutet hätte.

Die Unterschiede zwischen den Anbaugebieten sind deutlich. In den drei größten Regionen Rheinhessen, Pfalz und Baden wirkten sich Hitze und Trockenheit nach Einschätzung des DWI weniger stark aus als zunächst befürchtet. DWI-Sprecher Ernst Büscher führte die regionalen Unterschiede auch auf die unterschiedlichen Niederschlagsmengen und die Wasserspeicherfähigkeit der Böden zurück. 

An Saale-Unstrut und in Sachsen liegt die geschätzte Menge zwar über dem langjährigen Schnitt, aber deutlich unter der besonders großen Ernte des Vorjahres. Nach Angaben des DWI berichten alle 13 deutschen Anbaugebiete von außergewöhnlich hoher Traubenreife und einem erstklassigen Gesundheitszustand. Es werden daher sehr aromatische Weißweine, konzentrierte Rotweine und erstklassige edelsüße Weine erwartet.

Hoffnung auf Eiswein

Einige Winzer an Saale und Unstrut haben Trauben für eine mögliche Eisweinlese am Rebstock gelassen. Ob daraus tatsächlich Eiswein wird, hängt von der Witterung und dem Zustand der Trauben ab. Sie müssen bei mindestens minus sieben Grad gefroren gelesen und in diesem Zustand gepresst werden. Bis dahin müssen sie zudem gesund bleiben und vor Vogelfraß geschützt werden.

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