Die Weinberge in Franken stehen teilweise in voller Blüte. Bis Mitte kommender Woche werde die Blüte in einigen Teilen durch sein, teilte der Fränkische Weinbauverband auf Nachfrage mit. Das betreffe allerdings nur die nicht frostgeschädigten Gebiete. «In den frostgeschädigten Lagen wird die Blüte je nach Wetter in etwa zwei Wochen zu sehen sein», sagt Pressesprecher Michael Bock. Die Bayerische Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (LWG) schätzt gar, dass es noch länger dauern könnte. Die sogenannten Gescheine - längliche Blütenstände mit geschlossenen Knospen, die bereits wie kleine Trauben aussehen, also scheinen - treten demnach in den geschädigten Gebieten sehr unterschiedlich auf. Teils stagniere das Wachstum, teils hätten sie bereits sehr ausgetrieben.
Wie viel Ernteverluste es durch den Frost im Frühjahr geben wird, ist laut der Experten noch nicht absehbar. Ein Problem ist laut LWG, dass die frostgeschädigten Reben, die doch noch ausgetrieben haben, keinen einheitlichen Entwicklungsstand hätten. Teilweise gäbe es an einem Rebstock Austriebe, die noch drei Wochen bis zur Blüte brauchten und andere, die schon am Ende der Blüte seien. «Das wird dazu führen, dass die Trauben zu unterschiedlichen Zeitpunkten reif sein werden», sagt der stellvertretende Leiter des LWG-Instituts für Weinbau und Oenologie, Daniel Heßdörfer. Erkennbar sei dies allerdings kaum. Denn die Farbnuancen seien gering. «Eigentlich müsste man jede Traube probieren, um zu merken, ob sie reif ist», so Heßdörfer. Für den Geschmack sei eine Mischung aus reifen und unreifen Trauben ungünstig.