Zigtausende Pendler in Brandenburg müssen wegen zweier Warnstreiks in Brandenburg zum Wochenstart bei Kälte und Glätte mit umfangreichen Ausfällen rechnen. Im öffentlichen Nahverkehr sind voraussichtlich zahlreiche Busse und Straßenbahnen im ganzen Land von Arbeitsniederlegungen der Gewerkschaft Verdi betroffen. Dazu kommt: Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat zu einem Warnstreik für Montag von 7.00 Uhr bis 9.30 Uhr aufgerufen, was möglicherweise Auswirkungen auf den Regionalverkehr im Nordwesten hat.
Welche Regionen sind vom Warnstreik im Nahverkehr betroffen?
Beim Verdi-Warnstreik geht es um 16 Unternehmen: Uckermärkische Verkehrsgesellschaft, Barnimer Busgesellschaft, Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (Oder), Busverkehr Oder-Spree, Mobus Märkisch-Oderland Bus, Schöneicher-Rüdersdorfer Straßenbahn, Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft, Verkehrsbetriebe Brandenburg an der Havel, Verkehrsbetrieb Potsdam, Regiobus Potsdam Mittelmark, Havelbus Verkehrsgesellschaft, Verkehrsgesellschaft Teltow Fläming, Cottbusverkehr, Spree-Neiße Cottbusverkehr, Regionale Verkehrsgesellschaft Dahme Spreewald und Verkehrsgesellschaft Oberspreewald-Lausitz.
Wie drastisch werden die Folgen des Warnstreiks sein?
Der Verkehrsbetrieb Potsdam warnt, dass alle Fahrten der Tram, Fähre und ein Großteil der Busfahrten ausfallen. Weil Subunternehmer eingesetzt werden, sind Busse planmäßig oder eingeschränkt unterwegs. In Frankfurt (Oder) greift bei der Stadtverkehrsgesellschaft ein Notfahrplan. Fahrgäste müssten mit erheblichen Verzögerungen und Ausfällen rechnen. Das Unternehmen Cottbusverkehr rechnet damit, dass es am ganzen Tag zu erheblichen Einschränkungen für Straßenbahnen, Stadt- und Regionalbusse in Cottbus und im Liniennetz von Spree-Neiße-Cottbusverkehr kommt.
Was will Verdi mit der Aktion erreichen?
Die Gewerkschaft Verdi fordert im Tarifstreit mit dem kommunalen Arbeitgeberverband Brandenburg unter anderem eine geringere Wochenarbeitszeit, kürzere Schichtzeiten und längere Ruhezeiten. «Wir wollen jetzt einfach ein Zeichen setzen», sagt Verhandlungsführerin Andrea Germanus. Sie empfiehlt, am Montag Fahrgemeinschaften zu bilden. In Potsdam ist beim Verkehrsbetrieb eine Streikversammlung geplant (9.00 Uhr), in Cottbus am Hauptbahnhof eine Kundgebung (9.00 Uhr).
Der kommunale Arbeitgeberverband spricht von einer «unnötigen Eskalation». «Das Volumen der Forderungen würde zu Personalkostensteigerungen von circa 27 Prozent führen», erklärt er. Am Dienstag (3. Februar) steht die nächste Verhandlungsrunde an.
Welche Strecken betrifft der Warnstreik im Regionalverkehr?
Der Warnstreik der EVG im Tarifstreit mit dem privaten Anbieter Regio Infra Nord-Ost (RIN) könnte Folgen für mehrere Zugverbindungen in der Prignitz und in Ostprignitz-Ruppin haben. Laut EVG sind möglicherweise der Prignitz-Express (RE 6) der Deutschen Bahn, die RB 73 (Pritzwalk - Kyritz - Neustadt (Dosse)) und RB 74 (Pritzwalk - Meyenburg) von der Hanseatischen Eisenbahn (HANS) sowie RB 54 von der Niederbarnimer Eisenbahn (Löwenberg (Mark) - Rheinsberg (Mark)) betroffen.
Warum kommt es zum zweiten Warnstreik der EVG?
Es ist die zweite Aktion nach einem Warnstreik am 15. Januar. Die EVG fordert für die Beschäftigten der Regio Infra Nord-Ost unter anderem eine Einkommenssteigerung um fünf Prozent und höhere Zulagen. Sie wirft RIN vor, eine Lösung zu blockieren. Das Unternehmen hält den Warnstreik für «unverhältnismäßig» und kritisiert auch den Zeitpunkt angesichts des Winterwetters und des Verdi-Warnstreiks.
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