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Verkehrsclub: Jedes fünfte Einfädelmanöver nicht reibungslos

Ohne Blinken auf die Autobahn auffahren? Nach einer Erhebung des ACE kommt das beim Einfädeln häufig vor.(Symbolbild) / Foto: Hannes P. Albert/dpa
Ohne Blinken auf die Autobahn auffahren? Nach einer Erhebung des ACE kommt das beim Einfädeln häufig vor.(Symbolbild) / Foto: Hannes P. Albert/dpa

Wer zu früh auf die linke Spur zieht oder beim Auffahren auf die Autobahn nicht blinkt, riskiert gefährliche Situationen. Welche Fehler hat der Verkehrsclub beobachtet?

Blinken vergessen, zu früh auf die linke Spur? Beim Einfädeln auf die Autobahn läuft nach einer Erhebung des Auto Clubs Europa (ACE) nicht alles glatt. Der Verkehrsclub machte am häufigsten Fehler beim Blinken aus. Autofahrer nutzten aber auch die Länge des Beschleunigungsstreifens nicht voll aus, hieß es. Dabei fielen laut ACE einzelne Auffahrten mit besonders hohen Fahrfehler-Quoten auf.

Tester des Verkehrsclubs beobachteten in Stichproben zwischen März und Juni 2026 an 134 Auffahrten auf Autobahnen und andere Fernstraßen knapp 18.000 Auffahrvorgänge. Danach wurden bei jedem fünften Einfädelmanöver Auffälligkeiten oder Fahrfehler festgestellt, wie der Auto-Club angesichts des Tags der Verkehrssicherheit am 20. Juni mitteilte. 

Fehlendes Blinken und direkter Spurwechsel 

Unterlassenes oder zu spätes und zu kurzes Blinken sei mit 69 Prozent der 4.044 erfassten Auffälligkeiten das mit Abstand häufigste Fehlverhalten gewesen. Deutlich gefährlicher sei der direkte Wechsel vom Beschleunigungsstreifen auf die linke Fahrspur, so der ACE. Dieses Manöver sei mit 13 Prozent am zweithäufigsten beobachtet worden und berge ein erhöhtes Gefährdungspotenzial, weil es den fließenden Verkehr auf mehreren Fahrstreifen negativ beeinflussen könne. Wer sicher auf eine Fernstraße auffahren möchte, sollte den Beschleunigungsstreifen über seine gesamte Länge nutzen, hieß es. 

Wirklich kritische Situationen waren aber weit seltener zu beobachten: Starke Bremsmanöver, gefährliche Einfädelvorgänge oder Beinahe-Unfälle machten laut ACE etwa 6 Prozent der beobachteten Fälle aus. 

Für die Erhebung wurden Auffahrten jeweils 30 Minuten lang beobachtet. Die Ergebnisse stellen also im Wesentlichen einen kleinen Ausschnitt der Verkehrslage und des Verhaltens im Straßenverkehr dar.

ACE spricht von einigen auffälligen Standorten

Die Auffälligkeitsquoten unterschieden sich je nach Standort teils deutlich, stellte der Verkehrsclub fest. An der Auffahrt am Kreuz A61 bei Mutterstadt in Rheinland-Pfalz sowie an der Auffahrt zur A4 bei Magdala in Thüringen habe sich jeweils eine hohe Auffälligkeitsquote von 57 Prozent ergeben. Die Auffahrt Plauen-Ost (Sachsen) zur A72 zeigte laut ACE eine Auffälligkeitsquote von 54 Prozent.

Auch im Ländervergleich sieht der Verkehrsclub große Unterschiede: In Sachsen sei mit 33 Prozent die höchste Quote an Auffälligkeiten, Fahrfehlern und Gefährdungen verzeichnet worden - in Berlin war es ein niedriger Anteil von zehn Prozent.

Standstreifen in Ausnahmefällen nutzen?

Der ACE fordert mehr Aufklärung zum richtigen Fahrverhalten und eine Prüfung problematischer Auffahrten. Außerdem regt der Verkehrsclub eine Diskussion an, ob der Standstreifen in bestimmten Ausnahmefällen kurz genutzt werden sollte, um das Einfädeln sicherer zu machen.

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