Der Chef des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB), Christoph Heuing rechnet für die nächsten Jahre mit weiter steigenden Preisen im Nah- und Regionalverkehr in den beiden Ländern. «Jedes Jahr zum 1. Januar werden die Preise angepasst und solange wir nicht eine negative Inflation oder Ähnliches erleben, wird es dort immer eine Anhebung geben», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Am Vortag hatte der VBB-Aufsichtsrat beschlossen, dass die Fahrpreise in Berlin und Brandenburg zum nächsten Jahr um durchschnittlich 6 Prozent steigen werden.
Qualität nicht so wie sie sein wollte
Heuing räumte ein, dass sich höhere Ticketpreise angesichts der schwachen Qualität im Angebot des ÖPNV nur schwer vermitteln ließen. «Die Qualität ist bei weitem nicht so, wie sie sein sollte», betonte er mit Blick auf übervolle Züge auf touristisch wichtigen Linien, zahlreichen Ausfällen und Verspätungen. Das sei vor allem ein Infrastrukturproblem. «Die Infrastruktur ist in ganz Deutschland über Jahrzehnte komplett vernachlässigt worden - die Bahn vielleicht sogar noch stärker als die Straßen.»
Es sei deshalb bemerkenswert, dass so viel über vergünstigte Angebote wie das Deutschlandticket oder gar ein 365-Euro-Ticket wie in Wien debattiert werde. «Alle diese Vorschläge haben miteinander gemein, dass sie dem Gesamtsystem ÖPNV nicht mehr Geld zuführen, sondern Geld entziehen», sagte Heuing weiter. «Diese Diskussion haben wir als Gesellschaft geführt, während die Infrastruktur vergammelt ist. Und das ist einfach ein Thema, bei dem wir uns in eine andere Richtung bewegen müssen.»
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