Das Risiko von Unfällen mit offenen Autotüren ist in Großstädten wie Berlin besonders hoch und wird nach Überzeugung von Verkehrssicherheitsexperten nach wie vor unterschätzt. Eine bundesweite Statistik zu den sogenannten Dooring-Unfällen gibt es nicht. «Nur wenige Bundesländer erfassen diese Unfälle separat in den Verkehrsunfallanzeigen der Polizei. Berlin gehört dazu», sagte die Leiterin der Unfallforschung im Gesamtverband der Versicherer (GDV), Kirstin Zeidler, der Deutschen Presse-Agentur. «Hier sind Dooring-Unfälle häufiger als in ländlicheren Gebieten oder in Städten mit weniger dichtem Auto- und Fahrradverkehr.»
Bei solchen Unfällen verursachen Autofahrer oder andere Autoinsassen durch das plötzliche Öffnen einer Autotür den Sturz eines Radfahrers. Im Oktober sorgte der Fall der in Berlin geborenen Schauspielerin Wanda Perdelwitz für Schlagzeilen. Die 41-Jährige starb nach einem solchen Unfall in Hamburg an ihren schweren Verletzungen.
«Dooring-Unfälle sind ein unterschätztes Phänomen», sagte Zeidler. Im Jahr 2024 gab es davon berlinweit 392 – knapp acht Prozent der fast 4.950 Radunfälle mit Verletzten und Getöteten. 2015 waren es 533, ein Anteil von nicht ganz zehn Prozent. «In den letzten zehn Jahren gab es in der Hauptstadt also einen leichten, wenn auch langsamen Rückgang dieser Unfälle», sagte Zeidler.