Die Landesregierung feierte die Übernahme als Erfolgsgeschichte: Die österreichischen Unternehmen Red Bull und Rauch kauften 2023 den auf der Kippe stehende Getränkeabfüller Urstromquelle im brandenburgischen Baruth/Mark. Doch die Pläne sind umstritten. Gegner fordern: «Unser Wasser gehört uns - Stoppt Red Bull in Brandenburg.» Ein Streit ums Wasser begleitete schon die Ansiedlung des E-Autobauers Tesla in Grünheide. In Baruth kündigte die Protest-Initiative nun an, eine Klage zu prüfen.
Bürgerinitiative befürchten Wasserknappheit
Eine Bürgerinitiative befürchtet, dass die Wasserknappheit im trockenen Süden Brandenburgs durch die Wasserförderung für die Getränkeindustrie zunimmt. Die Gruppe startete eine Protest-Petition. Auch eine Klage einer Privatperson ist vor Monaten beim Verwaltungsgericht Potsdam eingegangen, um Auskunft über die vereinbarte Wasser-Fördermenge und den Preis zu erhalten.
Der Fruchtsäfte-Hersteller Rauch und Red Bull sprechen von einem geplanten Produktions-Campus und einer Investition in dreistelliger Millionenhöhe. Die Baugenehmigung dafür steht noch aus.
Baustart soll 2026 erfolgen
Projektkoordinator Björn Hofbauer sagte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur: «Ich bin zuversichtlich, dass wir demnächst die nächsten Schritte machen können.» Ab Mitte 2026 sei der Baubeginn für das Aluminiumdosen-Werk geplant. Die Zahl der Mitarbeiter - derzeit seien es 240 - solle künftig auf rund 600 steigen.
Streit um den Wasserverbrauch
Den anhaltenden Protest können die Unternehmen nicht nachvollziehen. «Künftig wird nicht mehr Wasser verbraucht als zuvor bei der Brandenburger Urstromquelle», versicherte Projektkoordinator Hofbauer. Es dürften pro Tag insgesamt 7.000 Kubikmeter Wasser entnommen werden - je nach Bedarf 500 für die Bevölkerung und bis zu 6.500 für das Werk.
«Wir bleiben innerhalb der genehmigten Entnahmemenge und werden sie unterschreiten. Durch neue Produktionsprozesse sind wir effizienter und vermeiden zusätzlichen Frischwasserbedarf», so Hofbauer. Wie viel Wasser derzeit entnommen wird, soll nicht offengelegt werden.