Ein mutmaßlich rassistischer Zwischenfall in einem Regionalzug in Brandenburg hat eine Debatte über Zivilcourage und den Umgang mit Rassismus im Alltag ausgelöst. Die Deutsche Bahn sucht das Gespräch mit der Frau, die den Vorfall öffentlich machte. Sie erhielt nach einem Online-Video nach eigenen Aussagen Drohungen und Hasskommentare.
Ein Sprecher der Bahn teilte mit: «Mit Jana Heinicke haben wir persönlich Kontakt aufgenommen und danken ihr ausdrücklich dafür, dass sie in diesem Moment Zivilcourage gezeigt hat.» Der Vorfall werde derzeit intern aufgearbeitet. Im Fokus steht das Verhalten der Zugbegleiterin.
Laut Autorin Heinicke richtete sich die rassistische Äußerung gegen zwei Frauen mit Kopftuch. Mehrere Medien hatten über den Vorfall in einer Regionalbahn in Brandenburg berichtet.
Ein 72 Jahre alter Fahrgast soll Anfang Mai zwei Frauen in dem Zug rassistisch beleidigt haben. Das bestätigte die Polizei. Deshalb rief ein weiterer weiblicher Fahrgast - die Autorin Jana Heinicke - die Zugbegleiterin auf, die Polizei zu alarmieren. Diese wollte der Aufforderung nicht nachkommen, mit dem Hinweis, dass sich die Weiterfahrt des Zuges dann deutlich verzögere.