Ein Stromausfall hat die einzige europäische Tesla-Fabrik lahmgelegt - die Ermittler prüfen Hinweise auf einen möglichen Brandanschlag. «Wir haben Kenntnis erhalten von einem Bekennerschreiben, das wir derzeit prüfen», sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag. Die Echtheit werde geprüft. Die linksextremistisch eingestufte «Vulkangruppe» wirft Tesla in einer Mail «extreme Ausbeutungsbedingungen» vor und fordert die «komplette Zerstörung der Gigafactory». Nach dem Brand eines Strommastes, der den Stromausfall auslöste, geht die Brandenburger Polizei von Brandstiftung aus. Das Landeskriminalamt nahm Ermittlungen auf.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck forderte rasche Aufklärung. «Der Anschlag auf die Stromversorgung ist ein Anschlag auf unsere kritische Infrastruktur», erklärte der Grünen-Politiker. «Dies muss jetzt schnell aufgeklärt und geahndet werden. Gewalt und Sabotage dürfen kein Mittel der Auseinandersetzung sein.»
Die Produktion in der Fabrik von Tesla-Chef Elon Musk steht nach dem Stromausfall still. Die Fabrik in Grünheide bei Berlin sei komplett geräumt worden, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit. Alle Maßnahmen zur Sicherung der Produktionsanlagen seien getroffen worden. Das Unternehmen ging davon aus, dass der Stromausfall nicht schnell behoben werden könne. In mehreren Städten und Gemeinden fiel der Strom zeitweise aus. Die Versorgung der umliegenden Gemeinden lief seit dem späten Dienstagvormittag wieder, wie der Versorger Edis mitteilte. Ausnahme seien das Tesla-Werk und ein Logistikzentrum.