Personalmangel legt Tiergartentunnel wieder lahm
Der Tiergartentunnel in Berlin wird erneut wegen Problemen bei der vorgeschriebenen Tunnelüberwachung vorübergehend gesperrt. Nach Angaben der Verkehrsinformationszentrale wurde die wichtige Nord-Süd-Verbindung ab 13.30 Uhr in beide Richtungen geschlossen. Die Wiederöffnung ist für Dienstagmorgen gegen 5.30 Uhr vorgesehen. Doch auch in den nächsten Wochen bleibt die Lage angespannt: Bis auf Weiteres soll der Tiergartentunnel jeweils in den Nächten von Montag auf Dienstag bis Donnerstag auf Freitag von etwa 21.45 Uhr bis 5.45 Uhr geschlossen werden. Auch die Buslinien M41 und M85 sind betroffen und werden umgeleitet oder zeitweise unterbrochen. Nach Angaben der Senatsverkehrsverwaltung fehlt derzeit Personal für die rund um die Uhr vorgeschriebene Überwachung des Tunnels. Der Tiergartentunnel werde aus Sicherheitsgründen gesperrt, wenn die erforderliche Überwachung nicht gewährleistet werden könne, teilte Pressesprecher Frank Preiss mit. Von acht Stellen seien derzeit lediglich fünf besetzt. Zwei Beschäftigte seien dauerhaft erkrankt, ein Mitarbeiter befinde sich noch in der Ausbildung, ein weiterer habe sich aktuell krankgemeldet. Damit fehle das Personal für eine durchgehende Besetzung. Die Verwaltung hat nach eigenen Angaben Stellenbesetzungsverfahren eingeleitet. Zudem laufen Gespräche mit der BVG über personelle Unterstützung. Bis Ende 2024 war die Überwachung der betriebstechnischen Anlagen durch die Tunnelleitzentrale der Autobahn des Bundes in Tegel erfolgt. Wegen einer Neuordnung der Zuständigkeiten musste das Land Berlin eine eigene Tunnelregelungszentrale aufbauen. Die Tunnelleitzentrale der Autobahn des Bundes (AdB) übernimmt derzeit weiterhin die Überwachung des Tunnels an den Wochenenden und unterstützt so das Land Berlin. Durch den rund 2,4 Kilometer langen Tunnel fahren nach Angaben der Verwaltung durchschnittlich etwa 50.000 Fahrzeuge pro Tag in beiden Richtungen. Nach den geltenden technischen Vorschriften müssen Straßentunnel mit einer Länge von mehr als 400 Metern durchgehend von einer ständig besetzten Stelle aus überwacht werden. Kontrolliert werden dabei unter anderem Beleuchtung, Lüftung, Stromversorgung, Kommunikationssysteme sowie das Management möglicher Störungen und Unfälle. Bereits im April wurde der Tunnel nachts wegen Personalproblemen auf unbestimmte Zeit geschlossen. Auch im Februar war er an einem Tag vom frühen Nachmittag bis zum späten Abend für acht Stunden lang dicht, weil es an Personal für die Überwachung fehlte. Mitte Januar war er für mehrere Tage jeweils nachts geschlossen. Im September 2025 war er nachts jeweils montags bis freitags zwei Wochen lang nicht zu benutzen - Grund damals waren Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten. Generell gilt die Empfehlung, den Bereich während der Sperrzeiten möglichst weiträumig zu umfahren. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenDrei von fünf Mitarbeitern krank
50.000 Fahrzeuge nutzen die Strecke täglich