Als der auffällig blaue Zug im Pariser Gare du Nord an den Bahnsteig rollt, blicken Reisende und Eisenbahner neugierig auf die lange Reihe von Schlaf- und Liegewagen. Der neue Nachtzug zwischen Paris und Berlin, der am Donnerstagabend zu seiner ersten Fahrt startete, schließt eine Lücke im noch spärlichen Netz von Nachtzügen, die sich bei Reisenden aber großer Beliebtheit erfreuen. Nach einer kleinen Feier mit Bahnverantwortlichen setzt sich der Zug unter regem Interesse der Medien Richtung Bundeshauptstadt in Bewegung.
Dreimal pro Woche soll die Nachtzugverbindung des niederländisch-belgischen Bahn-Unternehmens European Sleeper zwischen beiden Metropolen unterwegs sein. Die Fahrzeit beträgt rund 16 Stunden. Einziger Zwischenhalt in Deutschland ist vom 13. Juli an der Bahnhof Hamburg-Harburg. Außerdem hält der Zug im nordfranzösischen Aulnoye-Aymeries sowie in den belgischen Städten Mons, Brüssel und Lüttich. Fahrkarten gibt es in drei Komfort-Klassen, Fahrräder werden auch mitgenommen.